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Lokales Leipziger Musikschule leidet unter Raumnot
Leipzig Lokales Leipziger Musikschule leidet unter Raumnot
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07:02 25.02.2019
Unterrichtet Posaune, Tuba und andere Blechblasinstrumente: Matthias Wiedemann, der Leiter des Leipziger Musikschule „Johann Sebastian Bach“. Diese platzt mit gut 8200 Schülern mittlerweile aus allen Nähten.
Leipzig

Die Stadt Leipzig hat einiges investiert, um die Bildungsstätte fit für den Unterrichtsbetrieb zu machen und den Brandschutz zu verbessern. Doch die MusikschuleJohann Sebastian Bach“ wird regelrecht überrannt – die Räume in der City reichen vorne und hinten nicht. Problematisch ist dies vor allem für die Orchester und Ensembles, die keine eigenen Proberäume haben. Sie teilen sich den Kurt-Masur-Saal, der jeden Tag für Proben und Veranstaltungen genutzt wird.

Situation ist für die Orchester schwierig

Sechs große Orchester, jeweils 45 bis 95 Schüler stark, sind jede Woche dort – was zu ständigen Umbauten im Saal führt. Das ist fürs Equipment, das ständig transportiert und verstaut werden muss, nicht förderlich. Selbst das Parkett leidet. Für die Registerproben nutzen die Ensembles oft die Flure. Weil jeden Nachmittag geübt wird, ist der Saal selten für Veranstaltungen frei. Für ein Sinfonie- oder Blasorchester ist die ehemalige Schalterhalle einer Bank akustisch ohnehin kaum geeignet.

„Das ist keine Lösung für die Ewigkeit“, sagt Matthias Wiedemann, der Leiter der Musikschule. Im Schuljahr 2017/18 gab es deshalb schon eine Gebäudezustandsanalyse. Da wurde beispielsweise gefordert, einen zweiten Rettungsweg zu installieren und Brandschutzmaßnahmen umzusetzen. Da dies in der Ex-Bank nicht überall funktioniert, wurden drei Räume für den Unterricht gesperrt. Problematisch ist auch der Schallschutz – nicht unbedingt wegen des Lärms, auf den Nachbarn allergisch reagieren könnten. Die ehemaligen Büroräume sind hellhörig, die jungen Musiker stören sich oft gegenseitig. Wer musiziert, ist auf eine gute Akustik angewiesen.

Neubau in Zentrumsnähe wird geprüft

Ein Gutachten geht davon aus, dass 7,1 Millionen Euro investiert werden müssen, um den Schallschutz zu verbessern und zusätzliche Räume zu schaffen. „Das geht nur bedingt, indem der große Flur umgebaut und etwas verkleinert wird“, sagt Musikschulleiter Wiedemann. Doch das Haus steht unter Denkmalschutz, eine echte Erweiterung ist kaum möglich. Deshalb schlägt die SPD-Stadtratsfraktion vor, einen Neubau für die Musikschule zu errichten, der natürlich zentrumsnah sein müsste. „Die Kollegen sind alle sehr duldsam, weil der Standort in der Innenstadt für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert ist“, betont Wiedemann. In die Petersstraße 43 kommen pro Woche mehr als 1000 Kinder und Jugendliche zum Unterricht und zu den Proben.

Investitionen in Schulen und Kitas haben Vorrang

Ein Neubau könnte auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten werden. Deshalb hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die in diesem Jahr erarbeitet wird. Klar ist aber auch, dass ein Neubau Zukunftsmusik ist. Im Haushalt haben derzeit Investitionen in Schulen und Kitas Vorrang, um genügend Räume für die gesetzlich vorgeschriebene Schulpflicht zu haben und die Betreuung der Kleinen abzusichern. Allein in die Schulen werden in den nächsten Jahren mehr als 500 Millionen Euro investiert. Da bleibt für die Musikschule schlichtweg keine Investitionssumme in zweistelliger Millionenhöhe übrig.

Deshalb versucht die Kommune, in die Schulneubauten separate Räume für die Musikschule zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist die Quartiersschule Ihmelsstraße (die LVZ berichtete). Die Musikschule hat drei Zweigstellen – Georg-Schumann-Straße, Windmühlenstraße und Prager Straße –, bietet Unterricht an 56 Standorten im Stadtgebiet an. Dazu gehören Unterrichtsorte in 21 Schulen für den In-strumental- und Vokalunterricht sowie in 35 Kindertagesstätten für die musikalische Früherziehung. Dort sind die Bedingungen oft nicht optimal, viele Schulen leiden selbst unter Raumknappheit. Derzeit werden gut 6200 Musikschüler unterrichtet, hinzu kommen nahezu 2000 Grundschüler in 33 Bildungsstätten im Projekt „Singt euch ein!“. „Die Nachfrage ist ungebrochen“, sagt Wiedemann. Deshalb gebe es nach wie vor eine Warteliste bei besonders populären Instrumenten.

Von Mathias Orbeck

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