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Lokales Mutmaßlicher Mörder einer Tagesmutter will nun doch reden
Leipzig Lokales Mutmaßlicher Mörder einer Tagesmutter will nun doch reden
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23:59 24.06.2014

Nachdem der 24-jährige Beschuldigte wochenlang geschwiegen hatte, wollte er sich nun eigentlich gleich am Morgen "zum Tatgeschehen äußern", so der Anwalt. Weil sich sein Mandant jedoch den Magen verdorben habe, an Durchfall und Erbrechen leide, beraumte das Gericht für den 8. Juli einen Fortsetzungstermin an. Ursprünglich sollten gestern bereits die Plädoyers gehalten werden.

Noch zum Verfahrensauftakt hatte der Verteidiger erklärt: "Mein Mandant bestreitet von jeher die Tötung. Er hat mir gegenüber seine Unschuld beteuert." Kaufmann sprach von einem Indizienprozess. Im Verlaufe der Beweisaufnahme vor Gericht wurden die Indizien allerdings immer erdrückender. So hatte erst am Montag Rechtsmediziner Benjamin Ondruschka aufgrund der Spurenlage erklärt, dass sich der Angeklagte "mit hoher Wahrscheinlichkeit am Tatort aufgehalten" habe und eine "unmittelbare Tatbeteiligung anzunehmen" sei. Prozessbeobachter gehen nun davon aus, dass Tobias K. ein Geständnis ablegen wird. Bereits unmittelbar nach seiner Festnahme hatte er gegenüber Mordermittlern eingeräumt, "Mist gemacht" zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Tagesmutter Monika C. (64) am 9. Oktober 2013 mit 34 Stichen ermordet und sie danach beraubt zu haben. Bei der Prozessfortsetzung soll nun außer dem Rechtsmediziner auch Psychiater Frank Wendt anwesend sein, um die Aussagen des Angeklagten bewerten zu können. Womöglich lassen Zahl der Stiche und psychische Verfassung Rückschlüsse auf seine Steuerungsfähigkeit zu. Mangels Angaben von Tobias K. konnte Wendt bislang nicht prüfen, ob eine Affekttat zu einer Einschränkung der Schuldfähigkeit führte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2014

Kreuz, Sabine

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