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Lokales "Mutter Teresa von Pakistan": Lepra-Ärztin Ruth Pfau wird 85
Leipzig Lokales "Mutter Teresa von Pakistan": Lepra-Ärztin Ruth Pfau wird 85
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13:56 19.05.2015
Ruth Pfau Quelle: Benjamin Winkler

Dann sah Ruth Pfau in Karachi, der größten Metropole, das Elend der Leprakranken und blieb - fast 55 Jahre. Der Kampf gegen die Armutskrankheiten wie Lepra und Tuberkulose wurde ihre Lebensaufgabe.

"Als Geschenk für die Welt" bezeichnet sie Harald Meyer-Porzky, Vizechef der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW. Der Würzburger Verein unterstützte die Ärztin finanziell von Anfang an. Mit deren Hilfe baute Ruth Pfau ein Lepra-Krankenhaus auf, das zur Keimzelle des landesweiten Kontroll- und Behandlungssystems wurde. Die Lepra-Kranken waren damals in Pakistan Ausgestoßene, um die sich niemand kümmerte, die in der offiziellen Statistik nicht existierten. In einer Bretterbude im Slum behandelte Pfau ihre Patienten. Seit 1996 ist die Infektionskrankheit in Pakistan unter Kontrolle.

Viele ihrer Weggefährten sind sich sicher: Ginge es nach ihr, würde Ruth Pfau ihren Ehrentag wahrscheinlich gar nicht feiern, sondern einfach das tun, was sie an jedem anderen Tag macht - sich um Arme und Kranke kümmern. Auch mit 85 Jahren ist sie noch täglich im Einsatz. "An manchen Tagen erlaube ich es mir, nur halbtags zu arbeiten", sagt sie.

Im Jahr 1929 in Leipzig als vierte von fünf Töchtern geboren, trat sie nach ihrem Medizinstudium 1957 aus tiefem Glauben in den Orden der "Töchter vom Herzen Mariä" ein. Ein Jahr später begann für die Internistin und Frauenärztin das Abenteuer Ausland. Seit 2010 trägt das Berufschulzentrum an Leipzigs Schönauer Straße ihren Namen. Sie ist Ehrenbürgerin Pakistans und Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern. 2012 erhielt sie den Fernsehpreis Bambi für ihr Lebenswerk.

"Ich habe das gemacht, was nötig war", sagt sie. Ihr Werk sieht Pfau bei ihrem Team in guten Händen, wenn sie irgendwann nicht mehr mitarbeiten kann. Was sie sich zu ihrem 85. Ehrentag wünscht? "So viele Patienten ich habe, so viele Wünsche habe ich."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2014
Sebastian Kunigkeit/bw

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