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Lokales NPD-Büro in der Odermannstraße bleibt – neuer Neonazi-Treffpunkt im Leipziger Osten
Leipzig Lokales NPD-Büro in der Odermannstraße bleibt – neuer Neonazi-Treffpunkt im Leipziger Osten
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15:53 17.07.2015
Blick auf das NPD-Büro in der Odermannstraße. Quelle: Regina Katzer
Leipzig

Allerdings werde das von hohen Mauern und Stacheldraht umgebene Objekt keine Abgeordneten-Residenz mehr sein. Denn Petzolds Landtagsmandat wandert in den Erzgebirgskreis.

Der 48-jährige Mario Löffler aus der Gemeinde Jahnsdorf stand bei den vergangenen Landtagswahlen auf dem neunten Listenplatz der Rechtsextremen und wird nun für den im Dezember 2011 verstorbenen Petzold im Dresdner Parlament Platz nehmen. „Mario Löffler rückt automatisch nach. Er wird auf der nächsten Plenarsitzung offiziell als Winfried Petzolds Nachfolger vorgestellt“, sagte NPD-Sprecher Thomsen am Mittwoch. Die Fraktion tagt nach eigenen Angaben das nächste Mal am 19. und 20. Januar.

Petzold-Nachrücker Mario Löffler auch für sächsischen Landesvorsitz eingeplant

Das Landtagsmandat für den im Erzgebirgs-Kreistag tätigen und bisher eher unauffälligen  Löffler passt dabei gut ins Konzept der Rechtsextremen, schließlich gilt er auch als neue Führungsperson der sächsischen NPD. Laut eines Interviews mit der NPD-Parteipostille „Deutsche Stimme“ will der Landesvorsitzende Holger Apfel sein Amt im Januar an Löffler abtreten. Apfel selbst ist in die Bundesspitze der Partei aufgestiegen.

Über die künftige konkrete Funktion des NPD-Geländes in der Leipziger Odermannstraße konnte Thomsen keine Auskunft geben. Die Planungen obliegen dem Leipziger Kreisverband, der nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war. Seit Eröffnung von Petzolds Bürgerbüro vor drei Jahren war es hier immer wieder zu Protesten von Anwohnern und engagierten Leipziger Bürgern gekommen – zuletzt im November 2011, als hunderte Menschen gegen einen geplanten Vortrag von Karl-Heinz Hoffmann, Gründer der verbotenen paramilitätischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“, demonstrierten. Zudem soll das Gelände in Nähe des Lindenauer Marktes bisher auch als eine wichtige Anlaufstelle für die Jungen Nationaldemokraten (JN) und für die militanten „Freien Kräfte“ gewesen sein.

 Mögliches neues Neonazi-Zentrum in der Langen Straße – Brennpunkt Leipziger Osten

Nach Angaben des „Ladenschluss-Aktionsbündnisses gegen Nazis“ haben sich beide Gruppierungen für ihre Veranstaltungen auch im Stadtteil Reudnitz ein neues Domizil gesucht. „Seit November 2011 nutzen Personen, die der Leipziger Neonaziszene angehören, eine Wohnung in der Langen Straße 15 als semi-öffentlichen Party- und Veranstaltungsraum“, heißt es in einer Mitteilung des antifaschistischen Bündnisses vom Dienstag. Als Indiz führt die Initiative eine gehisste Fahne mit der Aufschrift „My blood is my honour, my race is my pride“ (dt: „Mein Blut ist mir eine Ehre, meine Rasse mein Stolz“), eine Veranstaltung im Erdgeschoss, bei denen „Sieg Heil“ gerufen worden sein soll, sowie Ausschreitungen in der Silvesternacht an. Das Aktionsbündnis will zudem im Haus „bekannte Gesichter der NPD Leipzig sowie der gewaltbereiten, rechtsorientierten Fußball-Fan-Szene“ ausgemacht haben.

Die Leipziger Polizei wollte diese Annahme bisher nicht bestätigen, verwies dabei auf laufende Ermittlung. Wie Sprecher Uwe Voigt aber gegenüber LVZ-Online sagte, wurden die Beamten am 10. Dezember von Anwohnern zum genannten Haus in der Langen Straße gerufen, weil sich diese durch den Lärm einer Party belästigt fühlten. „Es wurde auch eine Anzeige wegen Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole und wegen Neonazi-Rufen gestellt“, sagte Voigt. Einige der Partygäste seien der Polizei bekannt gewesen, genauere Angaben wollte Voigt aber nicht machen. Darüber hinaus sollen vor dem Haus am Neujahrsmorgen zwei Fahrzeuge mit Pyrotechnik beschädigt worden sein. Auch dazu lägen Anzeigen vor, laufen die Ermittlungen.

In den vergangenen Wochen gab es schon mehrere Hinweise über verstärkte Neonazi-Aktivitäten im Leipziger Osten. Im Täubchenweg wurde Anfang Dezember ein Geschäft eröffnet, das in seinem Sortiment unter anderem Textilien der umstrittenen, unter Rechtsextremen beliebten Marke „Thor Steinar“ führt. Zudem soll nach Angaben des Verfassungsschutzes in der Wurzener Straße ein Treffpunkt eröffnet worden sein, der vornehmlich von den als gewaltbereit geltenden „Freien Kräften“ genutzt werde.

Matthias Puppe

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