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Lokales NPD plant Demo vor Asylbewerberheim in Leipzig-Schönefeld – Proteste angekündigt
Leipzig Lokales NPD plant Demo vor Asylbewerberheim in Leipzig-Schönefeld – Proteste angekündigt
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15:24 15.11.2013
In Gohlis gab es eine Gegendemonstration, als die rechtsextreme NPD den Moschee-Streit zum Anlass für eine Kundgebung nahm. Auch in Schönefeld sind Proteste angekündigt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Für Montag kündigte der Landesverband der Partei eine Kundgebung vor dem ehemaligen Fechner-Gymnasium an, wo nach Plänen der Stadt künftig 120 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hat bereits zu Protesten aufgerufen.

Am Montag ab 18 Uhr will die NPD an der Ecke Volksgartenstraße/Löbauer Straße eine zweistündige Kundgebung unter dem Motto "Keine Asylantenunterkunft neben unserer Grundschule" abhalten. Wie das Ordnungsamt auf Anfrage von LVZ-Online mitteilte, sei die Versammlung zunächst für Samstag angemeldet worden. Am Freitag wurde sie jedoch ohne Begründung auf Montag verlegt. Gerechnet wird bei der „Mahnwache“ laut Ordnungsamt mit 30 Teilnehmern.

Aktionsnetzwerk warnt vor Eskalation

Wie zuvor im erzgebirgischen Schneeberg oder am Donnerstagabend in Rötha nutzten die Rechten die Verunsicherung bei Anwohnern für Stimmungsmache aus, kritisierte die Initiative „Leipzig nimmt Platz“ am Freitag und rief zum Widerstand auf. „Auf Propaganda und Stimmungsmache kann schnell Gewalt folgen“, sagte Linken-Stadträtin und Netzwerk-Sprecherin Juliane Nagel. „Wir appellieren an die Menschen in Schönefeld und ganz Leipzig, den Flüchtlingen gegenüber Offenheit und Solidarität zu zeigen und sich klar gegen den Rassismus der NPD zu positionieren.“

Laut Ordnungsamt wurde bislang keine Gegendemonstration angemeldet. Auch Auflagen für die NPD gibt es noch nicht. „Derzeit laufen noch Abstimmungen mit dem Veranstalter“, erklärte Behördenchef Helmut Loris am Freitagnachmittag. Um Zusammenstöße zwischen den Demonstranten zu vermeiden, soll die Veranstaltung durch ein Großaufgebot der Polizei abgesichert werden.

Die erst am Mittwoch bekanntgewordenen Rathaus-Pläne, in Schönefeld-Ost bis Februar ein Übergangsquartier für Asylbewerber einzurichten, hatten vor Ort für Verunsicherung gesorgt. Direkt neben der geplanten Einrichtung befindet sich die Astrid-Lindgren-Grundschule, die künftig durch einen Zaun abgetrennt werden soll. Die Direktorin der Schule war erst am Mittwoch über die Umnutzung des angrenzenden Gymnasiums informiert worden – da waren bereits die ersten Möbelpacker vor Ort. Eltern und auch der Bürgerverein Schönefeld zeigten sich überrascht. Sie kritisierten vor allem die ihrer Ansicht nach zu spät erfolgte Information durch die Stadt.

Bürgerverein distanziert sich von NPD

Michael Reinhardt, Vorsitzender des Bürgervereins, hörte am Freitagmorgen zum ersten Mal von der geplanten NPD-Demo. Er lehne den „populistischen Missbrauch“ der Situation ab, sagte Reinhardt gegenüber LVZ-Online. „Wir würden uns gerne dagegenstellen“, so der Vorsitzende. Ob der Verein das am Montag vor Ort tun oder seine Meinung anders darstellen werde, müsse erst noch beraten werden. Gleichzeitig zeigte Reinhardt aber Verständnis für die Aufregung unter den Anwohnern. Er kritisierte abermals, dass die Bürger sehr kurzfristig von der Flüchtlings-Notunterkunft erfahren haben. „Wenn die Stadt offen gewesen wäre, hätte man vielleicht gemeinsam eine Willkommenskultur entwickeln können.“

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nöß / lyn

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