Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Nach Attacke auf Mischa im Zoo Leipzig: Tiger muss in die Pathologie
Leipzig Lokales Nach Attacke auf Mischa im Zoo Leipzig: Tiger muss in die Pathologie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:20 10.01.2018
Tigermann Mischa wurde im Zoo Leipzig von einem Artgenossen getötet.  Quelle: Zoo Leipzig
Anzeige
Leipzig

 Einen Tag nach dem tragischen Tod von Tiger Mischa läuft der Zoobetrieb auch auf der Tiger-Taiga wieder normal. „Tomak und Bella können ins Gehege und sind für die Besucher zu sehen“, so Zoo-Sprecherin Maria Saegebarth auf Anfrage von LVZ.de. Am Donnerstag hatte der zwölf Jahre alte Amurtiger Tomak seinen fünf Jahre älteren Artgenossen tödlich attackiert, als versehentlich eine Verbindung der rückwärtigen Gehege geöffnet worden war.

Die beiden Kater seien immer getrennt gehalten worden, erklärte die Sprecherin. Amurtiger seien Einzelgänger. Die Verteidigung seines Reviers gegen den vermeintlichen Konkurrenten Mischa sei arttypisches Verhalten gewesen, so Saegebarth weiter. In Sekunden habe sich der tödliche Angriff auf Mischa ereignet, hatte der Zoo am Donnerstag erklärt, ein Eingreifen sei unmöglich gewesen.

Keine neue Katze für die Taiga

Erst als Mischa wehrlos am Boden lag, sei es möglich gewesen, Tomak wieder zu separieren. „Er hat sich dann zurückgezogen“, schildert Saegebarth. Die Bisse waren tödlich, Mischa starb kurz nach dem Angriff. Jetzt werde das Tier in der Pathologie untersucht, damit routinemäßig der allgemeine Gesundheitszustand vor seinem Tod dokumentiert werden könne. Ob der Tiger danach in die Tierkörperbeseitigungsanlage gehe oder für das Museum präpariert werde, sei noch nicht entschieden, so die Zoo-Sprecherin.

Keine Aussage wollte die Sprecherin dazu machen, ob sich zum Zeitpunkt des verhängnisvollen Fehlers die mit den Tieren vertraute Pflegeperson in der Anlage befunden habe. Der Zoo verwies darauf, dass zu „Interna“ keine Angaben gemacht würden. Für Mitarbeiter und Besucher habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, so der Zoo am Vortag. „Die Anlage entspricht allen Anforderungen“, betonte Saegebarth.

Die Besucher werden in Zukunft weiterhin den 2004 in Leipzig geborenen Tomak und die 2005 im tschechischen Pilsen geborene Bella auf der Tiger-Taiga sehen können. Wie der Zoo mitteilte, gebe es derzeit auch keine Überlegungen, eine weitere Raubkatze für das Gehege anzuschaffen.

Ausgestopfter Tiger im Naturkundemuseum

Seit 2003 hat der Zoo Leipzig die Amurtiger auf der naturnah gestalteten Tiger-Taiga untergebracht. Der „Sibirische Tiger“ ist die größte lebende Katze der Welt. Ihre Art gilt als stark gefährdet. In freier Wildbahn leben noch wenige hundert Tiere, im fernen Osten Russlands sowie Arealen in Nordkorea und China.

„Mit rund 350 Amurtigergeburten seit 1957 ist der Zoo Leipzig der erfolgreichste Züchter weltweit“, heißt es auf der Webseite des Tiergartens. Seit 1973 wird in Leipzig das Internationale Tigerzuchtbuch geführt, das auch als Datengrundlage für regionale Zuchtprogramme gilt. 2015 wurde im Leipziger Naturkundemuseum unter großem Aufwand ein Jahr lang ein Amurtiger präpariert, der aus dem Zirkus Propst stammte. Die Großkatze ist in der Sammlung zu sehen, die am Wochenende geöffnet ist.

Von Evelyn ter Vehn

Zoo Leipzig Special

Mehr Infos aus dem Zoo Leipzig finden Sie hier!

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wegen umfangreicher Baumaßnahmen kommt es ab dem 16. April zu Einschränkungen bei den Straßenbahn-Linien 3,7 und 8. Die Permoserstraße wird 14 Tage für den Auto-Verkehr gesperrt.

14.04.2016

An insgesamt 22 Straßenabschnitten in der Messestadt sollen in den kommenden Wochen digitale Geschwindigkeitsanzeigen getestet werden. Die sollen den Lärmpegel durch rasende Autofahrer für Anwohner reduzieren.

14.04.2016

Doppelt so hoher Umsatz, deutlich mehr Transaktionen: Der Leipziger Immobilienmarkt hat sich innerhalb eines Jahres rasant entwickelt. Das habe Vor- und Nachteile, erklärt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau. Die Leipziger Preise seien dennoch moderat.

14.04.2016
Anzeige