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Lokales Nach Einsatz von Pfefferspray droht Täter hohe Strafe
Leipzig Lokales Nach Einsatz von Pfefferspray droht Täter hohe Strafe
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15:40 19.05.2015
Verteidiger Rainer Wittner mit Pierre H. Quelle: André Kempner

Das Mittel gilt als gefährliches Werkzeug wie ein Baseballschläger oder ein Hammer. Nun droht dem Mann wegen schweren räuberischen Diebstahls sogar eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.

"Ich weiß, ich bin schuldig. Und ich rechne mit einer hohen Strafe", schätzte der Angeklagte gestern realistisch ein. Wäre es am 6. April dieses Jahres beim Diebstahl von zwei Flaschen Parfüm und einer elektrischen Zahnbürste für knapp 50 Euro bei Kaufland im P. C. geblieben, hätte Pierre H. (29) womöglich sogar mit einer Geldstrafe davonkommen können. Doch aufgrund seines Einsatzes von Pfefferspray gegen Wachmänner, was er gestern gestand, fährt der Gesetzgeber schwere Geschütze auf. So erhob die Staatsanwaltschaft auch gleich Anklage vor dem Landgericht Leipzig, das für Fälle der Schwerkriminalität mit einer Straferwartung von mehr als vier Jahren Haft zuständig ist. Dem Industrie-Lackierer wird schwerer räuberischer Diebstahl angelastet, weil er Gewalt gegen Menschen einsetzte, um seine Beute zu behalten, hieß es gestern. Nun droht ihm eine Bestrafung wie beispielsweise einem Tankstellenräuber auch, der unter Vorhalt einer Waffe die Tageseinnahmen erbeutete.

"Ich habe das noch nie gemacht. Geklaut ja, aber noch nie körperliche Gewalt angewendet", berichtete der Angeklagte gestern. Ein Kaufland-Ladendetektiv hatte Pierre H. an dem Tattag schon längere Zeit via Überwachungskameras beobachtet. "Ich kannte ihn bereits durch kleinere Diebstähle", berichtete Thomas S. gestern. Er bat Security-Mitarbeiter Andreas F. aus der Mall um Unterstützung. Dieser konnte den Tatverdächtigen nach dem Verlassen des Geschäftes auch stellen. Als er ihn "etwas unsanfter anfasste", weil er gewusst habe, "dass der Mann flinke Füße bekommt", eskalierte die Situation. Der am Hals gepackte Dieb griff in die Hosentasche, holte das Pfefferspray heraus und attackierte damit Andreas F. sowie Patrick M., einen weiteren Sicherheitsmitarbeiter, der zu Hilfe geeilt war. Das brachte Pierre H. zudem eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen ein. Nachdem noch ein anderer Wachmann, Sebastian Z., eingegriffen hatte, konnte Ladendetektiv Thomas S. den Flüchtenden schließlich überwältigen. "Er stand offensichtlich unter Drogen", so der Detektiv vor dem Landgericht.

Pierre H., der seit der damaligen Festnahme bereits ein halbes Jahr in Untersuchungshaft sitzt, wollte die Beute seinen Worten zufolge gegen die Modedroge Crystal eintauschen. Sein Verteidiger Rainer Wittner übermittelte den Betroffenen gestern die Entschuldigung des Angeklagten. Sollte H. aufgrund des Betäubungsmittelkonsums als vermindert schuldfähig eingeschätzt werden, könnte die Strafe geringer als angedroht ausfallen. Urteil: 15. Oktober.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2013

Kreuz, Sabine

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