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Lokales Nach Grundstücksverkauf am Hauptbahnhof - Stadt sucht neuen Bus-Parkplatz
Leipzig Lokales Nach Grundstücksverkauf am Hauptbahnhof - Stadt sucht neuen Bus-Parkplatz
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19:24 14.06.2012
Von Jens Rometsch
Der Leipziger Hauptbahnhof. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Der Parkplatz ist besonders an Wochenenden und Feiertagen mit Dutzenden Touristenbussen gefüllt. Dort starten viele Leipziger Reiseveranstalter ihre Touren, kommen aber auch etliche auswärtige Busse mit City-Besuchern an.

Seit dem Jahr 2000 hatte die Deutsche Bahn AG das Gelände der Stadt kostenlos überlassen. Im Juli 2011 kündigte sie den entsprechenden Vertrag jedoch fristgerecht zum 31. März 2012. Grund: Mit der Aschinger GmbH, die am Kurfürstendamm in Berlin residiert, gab es einen Kaufinteressenten, der das Areal inzwischen von der Bahn erworben hat.

Aschinger will dort „in den nächsten Jahren“ einen Neubau errichten, heißt es in einem internen Papier des Verkehrs- und Tiefbauamtes. Konkrete Pläne hegten die Berliner aber offenbar noch nicht. Für die Leipziger Einwohner hätte ein Neubau an dieser Stelle nicht nur zur Folge, dass der Bushof weichen muss. Außerdem verschwände für die Passanten an der Brandenburger Straße ein fantastischer Blick auf die fast komplett verglaste Bahnsteighalle des Hauptbahnhofes. Deren raumhohe Stahlskelett-Fenster sind nachts hell erleuchtet, künden so weithin von den Meisterleistungen beim Bau des größten Kopfbahnhofes Europas vor rund 100 Jahren.

Obwohl bezweifelt werden darf, dass Aschinger bereits Nutzer für ein großes Geschäftshaus an der Stelle hat und obwohl eine dazugehörige Bauplanung viele Monate dauert, wird das Problem für die Stadt Leipzig jetzt akut. Denn die Berliner haben eine Monatsmiete von 11.333 Euro gefordert, wenn die Stadt das Gelände vorübergehend weiter als Parkplatz nutzen will. Das entspricht 136.000 Euro pro Jahr. Eine so hohe Summe sei für die Kommune „nicht leistbar“, zumal von den Bus-Unternehmen bislang kein Entgelt erhoben wird, steht in dem internen Rathauspapier.

Trotz mehrerer Anfragen wollte sich Aschinger nicht zum Sachstand äußern. Edeltraut Höfer, die Chefin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, versicherte gegenüber der LVZ, dass im Moment noch keine Zahlungspflicht bestehe. „Schließlich gibt es keinen gültigen Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer“, sagte sie. Allerdings fühle sich das Rathaus schon in der Pflicht, für ordnungsgemäße Busparkplätze zu sorgen. Auch müssten diese - wegen günstiger Umsteigebeziehungen - möglichst dicht am Hauptbahnhof und der ihm vorgelagerten Straßenbahnhaltestelle liegen.

Um dies zu gewährleisten, verfolge ihr Amt zwei Wege, fuhr Höfer fort. Erstens habe man Aschinger gebeten, für eine Übergangszeit einen niedrigeren Mietpreis zu akzeptieren. „Hierzu warten wir noch auf eine Antwort und werden dann entscheiden.“ Zweitens verhandle die Stadt über den Ankauf (beziehungsweise Anmietung) anderer Flächen.

Die Wunschvariante der Stadt gilt einem Areal nordwestlich des Hauptbahnhofs, wo einst die für den City-Tunnel entfallenen Außen-Bahnsteige 1 bis 5 lagen. Nebenan in der Bahnhofshalle sind dort ohnehin eine große Fahrrad-Parkanlage sowie Spiel- und Aufenthaltsbereiche für Familien geplant. Allerdings will die Deutsche Bahn AG als Eigentümerin diese Fläche nur ungern hergeben. Zudem wären erhebliche Umbauten nötig. Und die vielen Busse dürften die schwierige Verkehrssituation an der Westseite des Bahnhofs zusätzlich belasten. Die Bahn schlug deshalb ein sofort nutzbares Gelände auf der anderen Seite vor, wo sich heute der Bushof befindet. Jedoch liegt es 800 Meter entfernt am Ende der Ladestraße - aus Sicht der Stadt ist das zu weit weg.

Soeben habe ihr Amt Gespräche mit einem privaten Flächeneigentümer begonnen, verriet Höfer. „Vielleicht müssen wir vor der endgültigen Lösung auch eine Zwischenlösung wählen“, meinte sie, wollte aber nicht sagen, um welche Fläche es da geht. Schon gar nicht den Preis, den die Stadt für dieses oder jenes Areal bezahlen müsste.

Jens Rometsch

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