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Lokales Nach Legida-Ende: Rechtsextreme planen Aufmarsch in Leipzig-Connewitz
Leipzig Lokales Nach Legida-Ende: Rechtsextreme planen Aufmarsch in Leipzig-Connewitz
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20:35 11.01.2017
Demonstration von Rechtsextremen im Dezember 2015 in der Leipziger Südvorstadt.  Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Nach dem angekündigten Ende von Legida am vergangenen Montag steht der Messestadt offenbar bereits im März eine weitere rechte Demonstration ins Haus. Wie LVZ.de am Mittwoch aus dem Neuen Rathaus erfuhr, plant die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ wieder eine Veranstaltung im von alternativen Subkulturen geprägten Stadtteil Connewitz: „Die Versammlungsbehörde wurde telefonisch in Kenntnis gesetzt, dass der Landesverband der Partei 'Die Rechte' beabsichtigt, am 4. oder am 18. März eine Versammlung in Leipzig-Connewitz durchzuführen“, so Stadtsprecher David Quosdorf. Genaue Details zur geplanten Veranstaltung seien noch nicht bekannt, eine konkrete Versammlungsanmeldung liege dem zuständigen Ordnungsamt bisher nicht vor. Im Internet wird jedoch bereits für den 18. März, 12 Uhr, für eine Demo mit Start auf der Kurt-Eisner-Straße in der Südvorstadt mobilisiert.

Zur Ankündigung passt auch, dass die unter anderem bei Legida aktive Gruppierung „Wir lieben Sachsen/Thügida“, in denen es personelle Überschneidungen zum sächsischen Landesverband von „Die Rechte“ gibt, am Dienstag auf ihrer Facebookseite erklärte: „Wir von Thügida und Wir lieben Sachsen e.V werden den Staffelstab von Legida übernehmen. Wir sehen uns demnächst wieder in Leipzig auf der Straße.“

Juliane Nagel ruft Connewitzer zur Besonnenheit auf

Die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) sieht im Ende von Legida und dem anschließenden Bekanntwerden der rechten Veranstaltung im alternativen Stadtteil einen Zusammenhang: „Die erneute Anmeldung von Aufmärschen in Connewitz ist eine gezielte Provokation der Neonaziszene. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Plan sowohl mit Drahtziehern von Legida als auch militanten Nazis, wie sie am 11.1.2016 einen konzertierten Angriff auf den Stadtteil verübt hatten, abgestimmt ist“, erklärte die Linkspolitikerin am Mittwoch.

Zuletzt hatten Mitglieder von Die Rechte, Thügida und der Offensive für Deutschland (OfD) um Ex-Legida-Chef Silvio Rösler vor mehr als einem Jahr eine Demonstration durch Connewitz angezeigt. Die beauflagte Route der Rechten führte letztlich durch die angrenzende Südvorstadt. Der Demo wurde damals von umfangreichen, zum Teil auch sehr gewaltsamen Gegenprotesten beantwortet. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums entstand dabei ein Schaden von 284.000 Euro.

Mit Blick auf die Zerstörungen und Angriffe rief Juliane Nagel die Connewitzer deshalb dazu auf, besonnen auf die erneute Provokation der Rechtsextremen zu reagieren: „Ein 12. Dezember 2015 sollte sich nicht wiederholen. Der damalige Aufmarsch […] wurde mit schweren Ausschreitungen beantwortet. Fakt ist aber auch, dass die Nazis nicht durch den Stadtteil Connewitz laufen dürfen. Um dies zu verhindern, braucht es kreative Ideen seitens der Versammlungsbehörde als auch der zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Bewegung in Leipzig“, schrieb Nagel am Mittwoch.

Von mpu

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