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Lokales Nach Leipziger Stadtrat-Votum: Fahrrad-Lobby will Neuaufteilung von Straßen
Leipzig Lokales Nach Leipziger Stadtrat-Votum: Fahrrad-Lobby will Neuaufteilung von Straßen
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23:59 01.03.2015
Immer mehr Menschen kommen ohne Auto aus. (Symbolbild) Quelle: Britta Pedersen

"Die kompakte Stadt lebt davon, dass der Großteil der Wege zu Fuß, per Rad oder ÖPNV zurückgelegt werden", begründet dies der Vorsitzende Christoph Waack. "Die Grundlage für eine lebenswerte Stadt ist ein möglichst geringer Anteil an Kfz-Verkehr." Der ADFC-Fahrradklima-Test 2014 habe gezeigt, dass es in Leipzig ein sehr großes Interesse an der Entwicklung einer umweltfreundlichen Stadt gibt und die Potenziale bei Weitem nicht ausgeschöpft sind.

Wie berichtet sieht das neue Verkehrskonzept vor, die Zahl der individuellen Autofahrten von derzeit rund 40 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen bis zum Jahr 2025 auf 30 Prozent zu reduzieren. Dies soll unter anderem mit Hilfe von Ampelschaltungen gelingen, die Autofahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern benachteiligen. Ebenso mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30, 20 oder 10 Stundenkilometer, mit dem Reduzieren der kostenlosen Parkplätze im Stadtgebiet und dem Einrichten von mehr Radstreifen auf Fahrbahnen, heißt es in dem Papier.

Leipzigs Wirtschaft bedauert diese Entwicklung. "Durch die starren Vorgaben zur Verkehrsmittelwahl und Verkehrsraumaufteilung vergibt sich Leipzig als wachsende Großstadt die Chance, in seiner Verkehrs- und Raumplanung auf künftige Entwicklungen, zum Beispiel der Einwohnerzahl, der Pendlerbewegungen und der Verkehrsmittelwahl flexibel reagieren zu können", erklärte nach dem Votum des Stadtrats Wolfgang Topf, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig.

Dass es anders gehe, beweise das Verkehrskonzept der Stadt Dresden, das auf dirigistische Maßnahmen wie verbindliche Zielstellungen für den Modal Split verzichtet und in seiner Präambel erklärt: "Verkehr ist kein Selbstzweck. Er dient der Mobilität der Bürger und der Sicherung der urbanen Wirtschaft. Beides setzt die freie Verkehrsmittelwahl voraus." Leipzigs Wirtschaft fordert jetzt "mit Nachdruck", bei der Umsetzung des neuen Verkehrskonzeptes "adäquat gehört und angemessen beteiligt zu werden, damit die Belange des Wirtschaftsverkehrs gebührend berücksichtigt werden können". Sabine Heymann, Vize-Vorsitzende der CDU-Fraktion, kündigte ebenfalls an, ihre Fraktion werde "mit Argusaugen beobachten", wie das Verkehrskonzept umgesetzt wird. "Wir wollen auf Angebote setzen, nicht auf Verbote", so Heymann. Andreas Tappert

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2015

Andreas Tappert

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