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Lokales Nach Morddrohungen: Grünen-Politiker Kasek schließt Facebook-Profil
Leipzig Lokales Nach Morddrohungen: Grünen-Politiker Kasek schließt Facebook-Profil
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20:18 13.01.2016
Trotz Drohungen will Kasek sein Engagement nicht einschränken – das öffentliche Facebook-Profil wird aber jetzt streng moderiert.  Quelle: Kempner
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Leipzig

 Der Grünen-Politiker Jürgen Kasek hat erste Konsequenzen aus den Morddrohungen und wüsten Beschimpfungen der vergangenen Tage gezogen, die ihn massiv auch über die sozialen Netzwerke erreichten. Sein bisheriger Facebook-Account ist nur noch für Freunde zugänglich. Als Politiker legte er eine zweite, öffentliche Seite an, die von ihm und weiteren Personen moderiert wird. „Beleidigungen werden künftig sofort gelöscht.“

Nach der jüngsten Anzeige gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung erreichte ihn vor allem via Facebook eine Flut an Hass-Nachricht sowie Drohungen gegen Leib und Leben. Die Verrohung im Ton habe seit einem Jahr zugenommen. „Das Ausmaß, das ich nach dieser Anzeige erlebt habe, ist noch größer geworden. Und die Aufforderungen zur Gewalt werden immer expliziter“, begründet Kasek den Schritt. Hasskommentare und rüde Beleidigungen würden auch häufig unter dem Klarnamen der Nutzer gepostet.

Noch in dieser Woche will der Anwalt, der sich auch im Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ engagiert, Anzeige gegen verschiedene Absender erstatten. Die Drohungen gehen mittlerweile auch an Familie und Freunden nicht spurlos vorüber. Mit einem Sicherheitsberater werde er außerdem über weitere Maßnahmen zum Schutz nachdenken, „und wie man mit derlei Situationen am besten umgeht.“ Sein Engagement gegen Rechts werde er dennoch nicht aufgeben.

Einschüchterungsversuch gegen NoLegida-Initiator

Am vergangenen Demo-Montag erreichte die Hass-Welle einen neuen Höhepunkt. Via Twitter ging an Kasek und die Linken-Politikerin Juliane Nagel adressiert die Nachricht: „Schlaft ihr heute zu Hause? Jeder bekommt das, was er verdient #le1011 #dieRechte.“ Als Absender firmierte als „BI Gohlis sagt Nein“. Der Twitter-Account existiere nicht mehr, die Nachricht sei aber gesichert, so Kasek.

Marcel Nowicki vom Netzwerk NoLegida wurde außerdem vom Twitter-Account FanszeneLokLE angedroht, dass man ihn vor seiner Haustür erwarten könne – mit Angabe der privaten Adresse. Auch dieser Absender-Account wurde mittlerweile gelöscht. Nowicki kündigte ebenfalls Anzeige an.

Der Fußballverein 1. FC Lok Leipzig distanzierte sich am Dienstag klar von dem Überfall auf den Stadtteil Connewitz. „Wir verabscheuen diese Gewalttaten auf das Schärfste! Diese Kriminellen, die dort am Werk waren, sind keine Lok-Fans! Sie verkörpern nicht die Werte unseres Vereins – weder nach innen noch nach außen“, so Lok Leipzig auf seiner Webseite.

Von lyn

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