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Lokales Nach Skandal: Leipziger Uni-Klinikum überprüft intern 32 Nierenverpflanzungen
Leipzig Lokales Nach Skandal: Leipziger Uni-Klinikum überprüft intern 32 Nierenverpflanzungen
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23:59 30.01.2014

Externe Prüfer hatten dabei für den Zeitraum von 2010 und Anfang 2012 in 76 Fällen massive Manipulationen von Patientendaten aufgedeckt. Bei Nierenverpflanzungen ging nach bisherigen Erkenntnissen hingegen alles mit rechten Dingen zu.

Während die Leipziger Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen drei ehemals leitende Ärzte der Uni-Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie im Zusammenhang mit den Falschangaben bei Leberpatienten weiter vorantreibt, sind in Eigenregie des UKL die Akten zu zahlreichen Nierenverpflanzungen unter die Lupe genommen worden. Im Fokus standen dabei die Jahre von 2008 bis 2012. Auf LVZ-Anfrage erklärte UKL-Sprecherin Helena Reinhardt, bei der Überprüfung habe es sich um eine repräsentative Stichprobe gehandelt, die sich auf 32 Transplantationen bezog. "Dabei wurden keine Auffälligkeiten gefunden."

Reinhardt verwies darauf, dass die Situation bei Nierenverpflanzungen generell anders als die bei Lebern sei. Wegen unterschiedlicher Richtlinien und Einflussfaktoren für die Vergabe von Spenderorganen gebe es bei Nieren deutlich geringere Ansatzpunkte für Manipulationen. Wie berichtet, waren von den Fachleuten der bundesweit agierenden Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer im Herbst 2013 auf rund 20 Seiten die Details des Transplantationsskandals aufgelistet worden. Viele auf der Warteliste für eine Spenderleber stehende Patienten wurden demnach als solche mit Dialyse-Behandlung an die Organvergabe-Organisation Eurotransplant gemeldet, obwohl sie keine Blutwäsche bekamen. Auch bei der Größenangabe für Leberzellkarzinome und der Bescheinigung der für eine Transplantation nötigen halbjährigen Alkoholabstinenz wurden Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter oder vollendeter Tötung sowie gefährlicher Körperverletzung gegen die drei Beschuldigten. Das UKL hatte die Arbeitsverhältnisse mit zwei Oberärzten der betreffenden Klinik beendet, deren einstiger Direktor ist vom Dienst suspendiert. Der interne Check der Nierentransplantationen wurde offenbar auch mit Blick auf eine anstehende externe Kontrolle veranlasst. Denn nach der Überprüfung der sogenannten Leber-Programme in Deutschland nehmen sich die Fachleute der Bundesärztekammer nun die der Nieren vor. Sie kommen dabei unangemeldet. Am UKL steht ihre Visite noch aus, am Uni-Klinikum in Halle waren sie schon. Dort gab es hinsichtlich der Nierentransplantationen keine Beanstandungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2014

Mario Beck

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