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Lokales Busse und Bahnen fahren nach Streik in Leipzig wieder nach Plan
Leipzig Lokales Busse und Bahnen fahren nach Streik in Leipzig wieder nach Plan
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20:36 13.04.2018
Am Leipziger Hauptbahnhof fuhr am Morgen nichts. Der Streik bei den LVB legte fast 100 Prozent des Linienverkehrs lahm. Quelle: dpa
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Leipzig

Dieser Freitag, der 13., wird den Fahrgästen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in unschöner Erinnerung bleiben. Ein elfstündiger Warnstreik hat den Bus- und Straßenbahnverkehr in der Messestadt von den frühen Morgenstunden bis zum Nachmittag komplett lahmgelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zwischen 3 und 14 Uhr zum Ausstand aufgerufen. Bei den LVB führte das nahezu zum Komplett-Stillstand. Auch Kitas, Horte und die Stadtreinigung wurden am Freitag parallel bestreikt.

Bei den LVB rollte der Verkehr am Nachmittag wieder an. Auf allen Linien sei aber bis zum frühen Abend noch mit Einschränkungen zu rechnen, sagte LVB-Sprecherin Katja Gläß gegenüber LVZ.de. „Wir gehen davon aus, dass es sich jetzt Minute um Minute stabilisiert.“ Auf vielen Linien gab es zunächst noch Verspätungen. Kurz nach 18 Uhr rollte der Verkehr wieder nach Plan, wie die LVB via Twitter mitteilten.

700 LVB-Mitarbeiter im Streik

Für die Disponenten sei es eine Mammutaufgabe gewesen, den Verkehr wieder in Takt zu bringen. „Die organisatorische Herausforderung besteht zunächst darin, die richtigen Fahrer zu den richtigen Fahrzeugen und auf die richtigen Strecken zu bringen“, erklärte LVB-Arbeitsdirektor und Personalgeschäftsführer Michael Halberstadt. Teilweise mussten die Busse und Bahnen erst noch zu ihren Startpunkten fahren.

Leipzig im Ausstand: Am Freitagmorgen haben die Streiks bei den Leipziger Verkehrsbetrieben begonnen. Auch Kitas, Horte und die Stadtreinigung legten die Arbeit nieder.

Mit dem Betriebsbeginn um 3 Uhr waren fast alle Busse und Bahnen in den Depots geblieben. Neben Gewerkschaftsmitgliedern zeigten sich auch nicht organisierte Fahrer solidarisch. „Bei den LVB haben sich mehr als 700 Kolleginnen und Kollegen beteiligt“, sagte Verdi-Sprecher Jörg Förster am Morgen gegenüber LVZ.de. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe unter anderem die Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Außerdem will sie eine Mindestruhezeit von zwölf Stunden zwischen den Diensten und weitere Verbesserungen durchsetzen.

Viele nahmen das Auto – und steckten im Stau

Ausgefallen seien nahezu 100 Prozent der Verbindungen, nur in Einzelfällen waren Busse unterwegs, hieß es von den LVB. „Es gab vereinzelt Fahrer, die ihren Dienst angetreten haben und ihr Fahrzeug nach Dienstende regulär ins Depot gebracht haben“, erklärte Sprecherin Gläß.

Viele Leipziger nutzten am Freitag das eigene Auto. Das führte vor allem im Westen der Stadt zu Staus. Auch die S-Bahnen, vor allem die Linie 1 von Grünau ins Zentrum, waren stark nachgefragt. Fahrgäste berichteten von Zuständen, die sie sonst nur von der Rushhour in europäischen Großstädten kennen.

Auch Streik im Öffentlichen Dienst in Leipzig

In den Ausstand getreten sind am Freitag auch Beschäftigte der öffentlichen Verwaltung und der Stadtreinigung. Die meisten Wertstoffhöfe bleiben am Freitag und Sonnabend geschlossen. Schwarze und braune Tonnen werden an beiden Tagen nicht geleert. 88 Kitas und Horte blieben geschlossen oder waren nur eingeschränkt geöffnet.

Am Vormittag versammelten sich Gewerkschaftsmitglieder von Verdi und der Erziehungsgewerkschaft GEW auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Dafür waren auch zehn Busse mit Teilnehmern aus Sachsen-Anhalt angerollt. Von dort geht es in einem Protestzug zum Richard-Wagner-Platz, wo ab 11 Uhr eine Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske stattfand.

Bsirske fordert: "Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld" 

Bsirske wiederholte in Leipzig die Forderung der Gewerkschaften nach sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro, für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes. Dies könnten die öffentlichen Haushalte bei sprudelnden Steuereinnahmen auch leisten. „Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld - das muss eine Einheit werden“, erklärte Bsirske. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst seien bereit, gute Arbeit abzuliefern. An den Demos in Leipzig und Dresden beteiligten sich insgesamt mehr als 4000 Beschäftigte.

Von Matthias Roth und Robert Nößler

LVZ.de hat den Morgen mit einem Liveticker begleitet:

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