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Nach Überfällen auf Leipziger Paketboten führt die Spur nach Berlin

Raubzüge in Leipzig Nach Überfällen auf Leipziger Paketboten führt die Spur nach Berlin

Nach Überfällen auf Postzusteller im Frühjahr 2016 führt jetzt eine Spur nach Berlin. Ermittler fanden Ende September bei drei Durchsuchungen in der Hauptstadt einen Teil der Beute aus den Raubzügen in Leipzig wieder.

Nach Überfällen auf Postzusteller in Leipzig findet die Polizei einen Teil der Beute in Berlin.
 

Quelle: Archiv

Leipzig. Nach Überfällen auf Postzusteller im Frühjahr 2016 führt jetzt eine Spur nach Berlin. Wie die Polizei auf Nachfrage der LVZ mitteilte, fanden Ermittler Ende September bei drei Durchsuchungsmaßnahmen in der Hauptstadt einen Teil der Beute aus den Raubzügen in Leipzig wieder.

Rückblick: Am 25. Mai gegen 13.10 Uhr lauern zwei Männer südländischen Typs, etwa 20 bis 25 Jahre alt, einem Zusteller (46) in der Rosa-Luxemburg-Straße in Neustadt-Neuschönefeld auf. Einer der beiden Männer behauptet, das Paket sei für ihn und kann auch den Namen auf der entsprechenden Quittung nennen. Als der Zusteller Geld verlangt – die Sendung ist mehr als 3000 Euro wert – entreißt ihm der Täter das Paket und rennte damit fort. Exakt vier Wochen später der nächste Fall, Tatort ist am 22. Juni gegen 15.30 Uhr der Hermelinplatz in Heiterblick. Wieder warten zwei Unbekannte auf einen Zusteller (36), der mit Paket und Quittung auf ein Haus zuläuft. Sie fragen ihn nach der Sendung, doch der Zusteller will einen Ausweis und das Geld für das Nachnahmepaket, immerhin rund 3700 Euro, sehen. Daraufhin umklammert einer der Räuber den Paketboten, schüttelt ihn und geht schließlich mit Fäusten auf ihn los. Mit Hilfe seines Komplizen bringt er das Paket an sich, rennt weg. Die Täter sind dem Zeugen zufolge 14 bis 18 beziehungsweise 18 bis 30 Jahre, auffallend muskulös, südländischen Typs, sprechen gebrochen Deutsch.

Für die Polizei war diese Vorgehensweise eine neue Erfahrung. Demnach wurden über das Internet Bestellungen per Nachnahme und Expresslieferung ausgelöst – mit einer authentischen Adresse, aber unter einem falschen Namen. Die Täter konnten so online den Sendungsverlauf bis zur Zustellung verfolgen und den Paketboten an der Lieferanschrift zeitlich genau abpassen. Trotz der auffälligen Parallelen zwischen den beiden Leipziger Fällen war auch nicht gleich klar, ob es einen Zusammenhang zwischen den Überfällen gibt, da es sich nach den Zeugenaussagen um unterschiedliche Täter gehandelt haben muss. Womöglich sind die Raubüberfälle auch bandenmäßig organisiert.

Weitere Taten dieser Art wurden zumindest der Leipziger Polizei seither nicht bekannt. Zumal auch der Postdienst reagierte. Wie die Polizei von deren Sicherheitsbeauftragten erfuhr, werden hochpreisige Nachnahmesendungen nur noch durch die Postfilialen an den Empfänger ausgegeben – und zwar gegen Vorlage der Personaldokumente. Außerdem werden Nachnahmesendungen nur noch bis zu einem bestimmten Wert als Expresssendungen zugestellt.

Die Ermittlungen zu den Überfällen dauern unterdessen an. Nachdem bei Razzien in Berlin am 22. September zwei Smartphones aus den in Leipzig geraubten Paketen sichergestellt wurden, stehen zwei Männer unter dem dringenden Tatverdacht der Hehlerei.

Von Frank Döring

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