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Nach Übergriffen auf Kinder in Leipzig: "Eltern sollten jetzt nicht in Panik verfallen"

Nach Übergriffen auf Kinder in Leipzig: "Eltern sollten jetzt nicht in Panik verfallen"

Seit Mitte Januar sind in Leipzig drei Übergriffe auf Kinder öffentlich geworden (die LVZ berichtete). Marcus Stück, Professor für pädagogische Psychologie an der Hochschule der Deutschen Privaten Finanzakademie in Zwickau, erklärt, was Eltern tun können, um ihre Kinder zu schützen.

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Marcus Stück

Quelle: Sebastian Brauner

Der 48-Jährige promovierte an der Universität Leipzig und entwickelt Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche.

Frage: Sollten Eltern jetzt alarmiert sein?

Marcus Stück: Sie sollten nicht in Panik verfallen, aber trotzdem präventiv handeln. Kindern muss klargemacht werden, dass sie mit manchen Leuten mitgehen können und mit manchen nicht.

Wie kann man Kindern beibringen, welche Personen vertrauenswürdig sind?

Zum Beispiel durch Präventionsprogramme. Es gibt Theaterprojekte, die Kinder durch Rollenspiele diesbezüglich sensibilisieren. Oder die Eltern setzen sich mit ihrem Kind hin und malen zum Beispiel eine bedrohliche Situation auf einem Blatt Papier. Auch Fotos eignen sich dazu, sich darüber auszutauschen. Außerdem kann man auf der Straße über Personen sprechen, die einem begegnen: Wem kann man trauen, wem nicht? Wichtig ist, dass man es für das Kind erlebbar macht und es mental vorbereitet ist.

Am einfachsten wäre es doch, wenn man das Kind einfach immer selbst zur Schule bringt und wieder abholt. Wie weit sollten Vorsichtsmaßnahmen gehen, damit Kinder nicht ihre Eigenständigkeit verlieren?

Na klar, als Vater würde ich mein Kind auch zur Schule fahren, mir ein Bild vom Schulweg machen und Hinweise geben, das ist ganz wichtig. Dass Eltern Angst haben, ihr Kind beschützen wollen, ist normal. Es ist auch evolutionsbiologisch so angelegt. Wenn zum Beispiel eine Mutter diese Ängste hat, sollte sie ihrem Impuls folgen, auch wenn sie damit die Freiheit ihres Kindes beschneidet. So ein Gefühl ist ernstzunehmen.

Aber werden Kinder dadurch nicht auch verängstigt?

Die Gefahr besteht. Deswegen sollte man sich nicht nur auf das Problem fokussieren, sondern das Selbstbewusstsein des Kindes stärken. Eltern sollten aber nicht erst aufwachen, wenn sie von Übergriffen erfahren, sondern die Beziehung zum Kind über Jahre hinweg pflegen, indem sie für ihr Kind da sind und sich mit ihm auseinandersetzen. Wenn sie nie Zeit haben, können sich solche Ängste bei Kindern entwickeln. Aber über eine Selbstwertsteigerung nehmen Kinder sich selbst und ihre Umwelt ganz anders wahr, so dass sie in gefährlichen Situationen auch ganz anders reagieren.

Wie sollte ein Kind reagieren, wenn es sich in solch einer Situation befindet?

Deutlich "Nein" sagen und wegrennen. Das Problem ist, dass die meisten ruhig bleiben und gar nichts machen, statt ihrem Fluchtinstinkt zu folgen. Solche Verhaltensweisen kann man auf jeden Fall vorher besprechen und einüben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014

Felix Forberg

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