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Lokales Nach Verwechslungen in Leipzig: Rote Karte für die grünen Smileys
Leipzig Lokales Nach Verwechslungen in Leipzig: Rote Karte für die grünen Smileys
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00:27 31.03.2018
Die grünen Smileys, die zum freiwilligen Tempodrosseln ermuntern sollten, sorgten für Irritationen und sind aus Leipzig verschwunden. Inzwischen setzt die Stadt nur noch auf lachende gelbe und traurige rote Rundgesichter. Quelle: Fotos: Dirk Knofe
Leipzig

Eines schönen Tages waren sie verschwunden, jetzt erleben sie in Leipzig ihr Comeback – die elektronischen Geschwindigkeitsanzeigetafeln mit den lächelnden oder traurigen Smileys. Die Rundgesichter sind Bestandteile des Lärmaktionsplanes der Stadt. Denn Kraftfahrer sollen gerade an lauten Straßenabschnitten ermuntert werden, das Tempo und damit den Lärmpegel ihrer Fahrzeuge zu drosseln.

Amt nahm Anlagen im Herbst 2016 außer Betrieb

Allerdings gibt es nun erhebliche Änderungen: Denn ausgerechnet die grünen Smileys haben die Rote Karte erhalten. Das Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt klärt über den Grund auf: Vereinzelt hätten Fahrer erklärt, diese Grinsegesichter mit dem Grün an der Ampel verwechselt zu haben, wenn sie sich in der Nähe von Lichtsignalanlagen befanden. Weil bei einer solchen Irritation „die Auswirkungen gravierend“ sein können, wie Amtsleiter Michael Jana betont, wurden die im Februar 2016 eingesetzten Anzeigetafeln bereits im Herbst jenes Jahres erst mal alle wieder außer Betrieb genommen, um den Fall zu klären.

„Die roten Smileys führten zwar mitunter zu Bremsungen, wenn Kraftfahrer diese für ein rotes Ampelsignal hielten. Allerdings ist damit keine wesentliche Gefahr verbunden“, glaubt der Amtsleiter. Zudem könne man da mit einem Gewöhnungseffekt rechnen.

Standorte werden gewechselt

Mit dem Comeback ist aber noch eine weitere Neuerung verbunden: Waren die Anzeigetafeln ursprünglich mit der Aufschrift „Lärmschutz freiwillig 30 km/h“ versehen, so sei auch dieser Inhalt geändert worden. Laut Amtsleiter geht es nun – zwar auch mit dem Hinweis auf den Lärmschutz – um die (Nicht-)Einhaltung von Tempo 50 in der Stadt. Nunmehr lächeln gelbe Smileys bei Geschwindigkeitseinhaltung und schaltet die Anlage bei Schnellfahrern auf ein trauriges Rotgesicht. „Grüne Smileys werden nicht mehr verwendet“, so das Amt.

Als potenzielle Standorte kommen aufgrund ihrer hohen Lärmbelastung nun in Leipzig 31 verschiedene Straßenabschnitte infrage. Dort sollen die vier Anlagen, über die die Stadt verfügt, abwechselnd aufgestellt werden. Sechs bis acht Wochen bleiben sie an einem Ort. Dann würden sie dem Lärmaktionsplan gemäß an andere lärmbelastete Stellen wechseln, erklärt Jana den Rhythmus.

Viele Orte in der Charmeoffensive

Seinen Angaben zufolge wurden die Tafeln voriges Jahr zunächst „für andere Zwecke verwendet“ – und zwar in der Leutzscher Otto-Schmiedt-Straße, der damaligen Umleitungsstrecke der Baumaßnahme in der Georg-Schwarz-Straße, zur Geschwindigkeitsdämpfung. Viele Orte in ganz Deutschland – wie zum Beispiel Markkleeberg oder Wellaune im Landkreis Nordsachsen – gehen seit Längerem in eine solche Charmeoffensive und belohnen korrektes Fahren mit einem Lächeln.

Tag gegen Lärm am 25. April

In Leipzig hatten am 12. Februar 2018 dann zumindest zwei der vier neugestalteten Anlagen ihren ersten Auftritt: in der Max-Liebermann-Straße zwischen Virchow- und Franz-Mehring-Straße. „Sie mussten leider kurzfristig zu einer notwendigen Wartung hereingeholt werden und werden schnellstmöglich wieder angebracht. Dies ist nicht symptomatisch für die Tafeln, die ansonsten zuverlässig funktionieren“, sagt Jana. Die beiden anderen befanden sich eh noch in der Reparatur. „Die Stromversorgung erfolgt mit Batterien, die je nach Einsatzzeit geladen, gewartet und ausgetauscht werden müssen“, heißt es weiter aus dem Verkehrs- und Tiefbauamt.

Spätestens zum Tag gegen Lärm, dem jährlichen Aktionstag gegen Krawall jeglicher Art, sollten sie allen „Rotfahrern“ wieder ihr zorniges Gesicht zeigen. Dieses Jahr findet er übrigens am 25. April statt. Motto diesmal: „Laut war gestern.“

Von Sabine Kreuz

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