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Lokales Nach Vorfällen in Leipzig: Vater fordert Schulwächter gegen Kinderfänger
Leipzig Lokales Nach Vorfällen in Leipzig: Vater fordert Schulwächter gegen Kinderfänger
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23:59 12.02.2014
Dennis Grunert holte gestern wie fast jeden Tag seine Kinder von der Schule ab. Mit seinem Shuttle-Bus bietet er auch für andere einen Fahrdienst an. Quelle: André Kempner

"Die jüngsten geplanten Kindesentführungen spielten sich direkt vor unserer Haustür ab", so Grunert. "Alle Eltern müssen sich fragen, ob es morgen das eigene Kind sein könnte, welches nicht nach Hause zurückkehrt." Grunert hat Angst um seine drei Kinder. Sein ältester Sohn geht auf das Mockauer Brockhaus-Gymnasium. Dort hatte ein Unbekannter am 15. Januar versucht, einen Elfjährigen direkt vom Schulgelände zu entführen (die LVZ berichtete).

Die Verantwortung den Schulen und Lehrern allein aufzuladen, ist für Grunert keine Option. "Die Personaldecke ist nicht so dick, als dass man mit einer Hand voll Lehrer einen Sack Flöhe hüten könnte," sagt er mit Blick auf den Lehrermangel, "dieser Sicherheitsillusion gebe ich mich nicht länger blauäugig hin."

Stattdessen schlägt er vor, dass ein Schulwächter mit einer 40-Stunden-Woche die Lehrer unterstützt und etwa die Eingänge des Schulhofes permanent be- und überwacht - zunächst im betroffenen Brockhaus-Gymnasium, aber auch an anderen Schulen. "Hundertprozentige Sicherheit werden wir nicht erlangen, aber wir können die Schulen und somit das Leben unserer Kinder ein wenig sicherer machen", wirbt er um Zustimmung. Unterzeichner seiner Online-Petition fordern "die zuständigen Entscheidungsträger auf, zeitnah die notwendigen Schritte zur Bestellung eines Schulwächters zu unternehmen". Sofern das Geld dafür fehlt, könnte der Job auch über Elternbeiträge finanziert werden, so der Initiator. "Für die Sicherheit unserer Kinder würde wohl jeder etwas zuzahlen." Zudem bietet er mit seinem Kleinbus eine Art Privatfahrdienst an, da er ohnehin seine Kinder zur Schule fährt und im Auto Platz ist.

Roman Schulz von der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig findet den Wunsch der Eltern nach Sicherheit "nachvollziehbar". Allerdings sei die Umsetzung schwierig. Den Schulen obliege die Erziehungs- und Fürsorgepflicht und damit auch die Verantwortung für die Aufsicht. Zudem könne man ein Schulgelände nicht hermetisch abriegeln, müsse etwa für Eltern den öffentlichen Zugang gewährleisten. Somit ließe sich auch nicht verhindern, wenn Fremde das Schulgelände betreten. Insofern sei der Plan, Schulwächter einzustellen, "eher unrealistisch", so Schulz gestern. Zum Glück würden sich ja nur sehr wenige Fälle dieser Art ereignen und dann überwiegend auf dem Schulweg und nicht auf dem Schulgelände, erklärte der Sprecher der Bildungsagentur.

Allerdings: Es gibt durchaus Erfahrungen mit derartigen Wachdiensten. Schon vor sieben Jahren wollten 13 Schulen des Berliner Problembezirks Neukölln das Angebot des Bezirksamtes für Schulwächter nutzen. Da ging es allerdings vorrangig um die Eindämmung der Gewaltkriminalität durch Schulfremde.

iDie Petition ist zu finden unter http://doodle.com/fwqxsf4qypew8fz2e5wedkwx/admin#table

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014

Frank Döring

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