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Lokales Nach dem Brand: Schaustellerfamilie will neues Karussell für Leipzig mieten
Leipzig Lokales Nach dem Brand: Schaustellerfamilie will neues Karussell für Leipzig mieten
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18:24 23.11.2009
Die Münchner Schaustellerfamilie Felber ist noch immer fassungslos Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Dennoch blicken die Bayern schon wieder in die Zukunft. Die Münchner wollen nach dem Schockerlebnis aber nicht aufgeben: am Dienstag soll ein gemietetes Karussell aufgebaut werden, so Schaustellerkollege Georg Schweizer. Dafür muss aber zunächst die Polizei ihre Ermittlungen am Tatort abschließen. Auch am Montag waren Spezialisten des Brandkommissariats und der Dekra vor Ort. Sie wollen am Abend die Spurensicherung beenden. Da dürfen die Schausteller mit den Aufräumarbeiten beginnen.

"Die Auswertung der Hinweise dauert aber noch einige Tage", sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau gegenüber LVZ-Online. Die Experten hätten Kabel, Stecken und Schaltpläne mitgenommen. Ihre Kollegen ermittelten in alle Richtungen, sowohl Brandstiftung als auch ein technischer Defekt seien nach wie vor denkbar.Karusselleigner Christian Felber hat seine eigene Version: er glaubt, dass Unbekannte gezündelt haben. "An der Anlage war der Strom abgestellt war“, sagt er. Für Hinweise hat die Familie inzwischen eine vierstellige Belohnung ausgesetzt. "Das Karussell ist 21 Jahre alt, einige Teile sogar über 100 Jahre und von unersetzbarem Wert", so Felber.

Jetzt stehe der Betrieb vor dem Nichts. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen der Polizei rund 400.000 Euro. Der Unternehmer besitzt mehrere Fahrgeschäfte. Das jetzt zerstörte Karussell war 17 Jahre lang jede Saison eine für Kinder und Erwachsene gleichermaßen beliebte Attraktion auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt.Die Betroffenheit der Standnachbarn ist deshalb groß. Corinna Kindler, die selbst einen Stand neben dem Karussell betreibt, ist geschockt. "Da ist eine Existenz krachen gegangen", "und so ein schönes, altes Karussell kann einem niemand wieder ersetzen." Die Marktfrau will Familie Felber unbedingt helfen: "Es sollte eine Spendenaktion geben." Gerade die Kollegen untereinander sollten einander helfen, denn schließlich hätte es auch ihren Stand treffen können.

Auch viele Leipziger sind beim Anblick des Stahlgerippes betroffen. "Seitdem ich denken kann, kenne ich das Märchenparadies mit dem legendären Karussell auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt", so Daniela Petzold. Sie ist traurig, denn sie wollte dieses Jahr zum ersten Mal ihren elf Monate alten Sohn mit dem Karussell fahren lassen.

Glück hatte der Eigentümer eines Kinderkarussells, das nur wenige Meter vom Unglücksort entfernt steht. "Durch den Funkenflug wurde die Abdeckung beschädigt", sagte Gisela Spaeing, stellvertretende Leiterin des Marktamtes. Das Fahrgeschäft blieb aber unversehrt.

Das Etagenkarussell am Salzgäßchen stand am frühen Sonntagmorgen in Flammen. Das Feuer war gegen 2.39 Uhr von einem Anwohner gemeldet worden. Die Leipziger Feuerwehr rückte sofort mit einem Löschzug aus, konnte jedoch nicht mehr verhindern, dass das Karussell vollständig niederbrannte.

ar/cha, LVZ-Online/dpa[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_13]  

ar/cha, LVZ-Online/dpa

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