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Lokales Nach dem Hochwasser in Leipzig: Handlungsbedarf bei Parthe und Alter Elster
Leipzig Lokales Nach dem Hochwasser in Leipzig: Handlungsbedarf bei Parthe und Alter Elster
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16:46 19.05.2015

Die letzten Tage hätten verdeutlicht, wie dringlich weitere Schutzmaßnahmen sind.

Den größten Handlungsbedarf sieht der 38-Jährige überraschenderweise bei einem Fluss, der in der vergangenen Woche nie über Warnstufe 2 hinauskam. "Die Gefährdung durch die Parthe wird unsere Hausaufgabe für die nächsten Jahre sein", sagte Rosenthal in einem LVZ-Gespräch über erste Lehren aus der jüngsten Flut. "Es gibt konkrete Konzeptideen bei der Landestalsperrenverwaltung, wie der Zoo und das Rosental besser geschützt werden können." Diese reichten von mehr Überflutungsflächen außerhalb und innerhalb Leipzigs über Ufermauern bis hin zu einem Überleitungsarm in die Weiße Elster. Da die Parthe nur über ein sehr begrenztes Flussbett verfüge und rapide ansteigen kann, müssten Stadt und Freistaat "jetzt gemeinsam mit Nachdruck an dem Thema dranbleiben". Bei Alarmstufe 4 hätte es wahrscheinlich große Schäden im Zoo gegeben - zuerst an tiefen Punkten wie Robbenanlage und Aquarium. Nicht jedoch im Gondwanaland: die Tropenhalle sei hochwassersicher gebaut.

Bei Parthe, Weißer Elster, Pleiße oder Luppe handele es sich um Gewässer 1. Ordnung, für die der Freistaat Sachsen mit Hilfe der Landestalsperrenverwaltung zuständig ist. Diese Infrastruktur habe sich jetzt bewährt, auch wenn es etwas Glück war, dass zum Beispiel das über 50 Jahre alte und marode Nahle-Auslassbauwerk funktionierte. Der Freistaat habe hier mit dem anstehenden Neubau des Nahle-Auslassbauwerks oder der Ertüchtigung des Ostufers der Neuen Luppe richtige Prioritäten gesetzt, betonte Rosenthal. Der Zwenkauer See werde, sobald dort bei Hartmannsdorf das Auslass-Bauwerk zur Weißen Elster fertig ist, dauerhaft einen Flutschutz von 15 Millionen Kubikmetern Wasser für Leipzig bieten. Dennoch sehe er das Land in der Pflicht, die Alte Elster zwischen Stadthafen und Leutzscher Allee bald wieder herzustellen. "Der Trassenverlauf ist längst klar. Wir berücksichtigen ihn schon beim Bau der neuen Sportmittelschule an der Goyastraße." Die Wiederherstellung des vor Jahrzehnten zugeschütteten Flussarms sei aber erst bis 2027 vorgesehen. Eher wäre aus Sicht des Bürgermeisters besser, da erst mit der Alten Elster das Problem des ständigen Sedimenteintrags ins Elsterbecken behoben werden könne. "Für ein noch stärkeres Hochwasser als 2013 bräuchten wir auf jeden Fall diesen zusätzlichen Entlastungsarm."

Im Ergebnis der Flut 2011 - vor allem als Ausgleich für die damaligen Deichrodungen - wolle der Freistaat folgende Dinge in Leipzig zeitnah umsetzen:

Neue Überflutungsflächen im Ratsholz

Umbau von Deichen, so dass diese an Schlitzen geöffnet werden können.

Die Stadt ihrerseits arbeite mit Hochdruck an dem Projekt "Lebendige Luppe", für das Mittel von Bund und Land fließen. Die Planung für dieses Vorhaben, durch das die Burgaue einen natürlichen Abfluss nach Hochwasserlagen erhalten soll, seien fast abgeschlossen.

Eher symbolischen Wert misst Rosenthal dem seit langem vertrocknenden Elsterstausee mit einer Million Kubikmetern Fassungsvermögen zu. "Dass er nun geflutet wurde, ist kein Präjudiz für die künftige Nutzung und die bevorstehende Entscheidung im Stadtrat." Die Kommune habe weit vor dem jüngsten Katastrophenalarm, bei dem in Leipzig über 2000 Helfer im Einsatz waren, einen Hochwasserschutzplan mit 43 Maßnahmen zu den Gewässern 2. Ordnung beschlossen, welche sie betreut. In der Priorität ganz oben stünden dabei jetzt:

Entlastungsbauwerke am Pösgraben nahe Kiesgrube Kleinpösna, Sohlanpassungen am Lösegraben in Heiterblick

Hochwasser-Schutztor zwischen Karl-Heine-Kanal und Elster (noch 2013)

die bereits laufende, weitere Freilegung des Elstermühlgrabens sowie spätere Freilegung des Pleißemühlgrabens

weitere Überflutungsflächen für den Bach Zschampert bei Burghausen-Rückmarsdorf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2013

Rometsch, Jens

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