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Lokales Leipzig will Armen und Obdachlosen in Partnerstadt Houston helfen
Leipzig Lokales Leipzig will Armen und Obdachlosen in Partnerstadt Houston helfen
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22:19 28.08.2017
Land unter in Leipzigs Partnerstadt Houston.  Quelle: AP
Leipzig/Houston

Die verheerenden Bilder vom überschwemmten Houston, das in den vergangenen Tagen vom Wirbelsturm „Harvey“ heimgesucht wurde, sorgen in Leipzig für viel Betroffenheit. Stadt, Thomaskirche und der Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Houston wollen ihre vom Hochwasser stark getroffene Partnerstadt im US-Bundesstaat Texas nach Kräften unterstützen. „Wir wollen denen beistehen, die ihr Zuhause verloren haben und sich nicht selbst helfen können“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der sich per Brief auch an seinen Amtskollegen Sylvester Turner wendet. Houston ist mit 2,3 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt in den USA.

Bei der Thomaskirche, die mit der „Christ the King Lutheran Church“ eine Partnergemeinde in Houston hat, ist bereits ein Spendenkonto eingerichtet worden. Die öffentliche Hand darf dies aus rechtlichen Gründen nicht selbst tun. „Über die Thomaskirche gibt es sehr starke Brücken nach Houston, ihre professionellen Strukturen möchten wir nutzen“, erklärt Gabriele Goldfuß, die Leiterin des Referates Europäische und Internationale Zusammenarbeit im Rathaus. Dabei wird Reverend Robert Moore, derzeit als Reformationsbotschafter sowie Förderer des Bachfestes in Leipzig, über die „Evangelical Church in America“ und seine ehemalige Heimatgemeinde in Houston alle notwendigen Kontakte herstellen. „Vor allem Obdachlose und Arme, die keine Versicherung haben, sind sehr von der Katastrophe betroffen“, betont Moore. Deshalb müsse sichergestellt werden, dass alle potenziellen Spenden bei ihnen ankommen. Gemeinsam mit seiner Frau Kathy ist Moore, seit 24 Jahren aktiv im Städtepartnerschaftsverein, quasi „das Gesicht der Partnerstadt“ hierzulande. Der Geistliche wird sich nun um eine Hilfsorganisation kümmern, die sicherstellt, dass die Hilfe zu 100 Prozent wirklich Bedürftigen zugute kommt. Das sieht auch der Städtepartnerschaftsverein so: „Wir kontaktieren unsere Partner, um zu erfahren, wo unsere Hilfe sinnvoll ist“, so Lisa Renner, Vizechefin des Vereins. Einige der Partner sind bereits evakuiert, andere nicht. Der Verein nutzt parallel soziale Netzwerke, damit der Spendenaufruf möglichst viele erreicht.

„Wir würden gern ein eigenes konkretes Projekt in Houston machen“, kündigt Goldfuß an. Immerhin gebe es ein „sehr lebendiges Netzwerk“ vieler Leipziger, die persönliche Kontakte in die amerikanische Metropole haben. Vor allem in der Musikszene. Von den Thomanern übers Gewandhausorchester bis hin zum Ensemble Amarcord sind alle hiesigen Musikgrößen in der texanischen Stadt aufgetreten, zu der Leipzig schon seit 1993 über eine Städtepartnerschaft verbunden ist. „Der Zustand in Houston ist extrem schlimm, die Stadt ist noch lange nicht über den Berg“, betont Goldfuß. Deshalb sei eine langfristige Hilfe notwendig. Sie könne sich beispielsweise ein Benefizkonzert des Gewandhauses sowie andere Aktionen vorstellen. „Ich sehe meine Rolle auch darin, weitere Unterstützer in Hochschulen, an der Universität oder in Firmen zu finden. Für alle Ideen und Vorschläge zur konkreten Hilfe stehe ich bereit.“ Der Erlös künftiger Bemühungen könne dann bei der nächsten Houston-Reise im Frühjahr 2018 übergeben werden.

Wer helfen möchte: Spendenkonto: Commerzbank Leipzig, Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas, IBAN: DE29 8604 0000 0372 2121 00, Verwendungszweck: Houston-Hilfe

Von Mathias Orbeck

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