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Lokales Nach nur 16 Monaten: Krankenhaus eröffnet mitten in der afrikanischen Savanne
Leipzig Lokales Nach nur 16 Monaten: Krankenhaus eröffnet mitten in der afrikanischen Savanne
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15:10 06.01.2016
Die Angestellten des Krankenhauses bei der feierlichen Eröffnungszeremonie. Quelle: privat
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Leipzig

Vor gut einem Jahr berichtete der Verein Ärzte für Madagaskar über die Vollendung des ersten Bauabschnitts der neuen Krankenhausgebäude in Fotadrevo. „Seitdem wurde ununterbrochen gegraben, Ziegel geformt, gemauert, gehämmert, gefliest, verputzt, Wasser-und Elektroleitungen verlegt, Dächer gedeckt, Zement gerührt und vieles mehr“, berichtete jetzt Julius Emmrich vom Verein. Es seien Fehler gemacht und behoben worden. „Manchmal steckten Materiallaster tagelang im Schlamm und der ein oder andere Bauarbeiter war so schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war“, so der Mediziner. Doch am Ende könne er nun verkünden: „Der Neubau des Hopitaly Zoara wurde feierlich eröffnet!“

Am Ende stehen laut Emmrich nun 16 neue Gebäude mit ihren markanten blauen Dächern in der südmadagassischen Savanne – darunter ein Gebäude mit zwei OP-Sälen und einer Notaufnahme, eine Bettenstation, ein Ambulanzgebäude, ein Lagergebäude, mehrere Wohnhäuser für Angestellte, eine Küche für Patientenangehörige, sanitäre Anlagen und eine biologische Kläranlage.

„Die feierliche Eröffnung des ,Hopitaly Vaovao‘, des ,neuen Krankenhauses‘, wie es die Dorfbewohner getauft haben, konnte nur anderthalb Jahre nach dem ersten Spatenstich vollzogen werden“, freute sich der Leipziger. Dieses Ereignis habe Prominenz und Schaulustige aus Nah und Fern angezogen. Auch Patienten, sofern sie mobil waren, deren Angehörige und Dorfbewohner waren eingeladen. Die madagassische Fahne wurde feierlich gehisst, gefolgt von kurzen Ansprachen von Beteiligten und Offiziellen der Region.

„Die 18 Angestellten des Hopitaly Zoara hatten sich eigens für diesen Anlass neue Kleidung genäht. Ein rauschendes Fest mit traditioneller Musik, madagassischen Tänzen und typisch madagassischem Essen rundeten die offizielle Zeremonie ab“, erzählte das Vereinsmitglied. Die Vollendung des Projekts, das die Qualität der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten in der Region deutlich verbessert sei natürlich ohne zahlreiche Unterstützer nicht möglich gewesen.

Ein besonderes „Misaotra bezaka – vielen Dank!“ gehe an die Sächsische Jugendstiftung – ein Projekt mit über 25000 Schulkindern erbrachte allein rund 80000 Euro – sowie an viele andere Vereine und Stiftungen. Nicht zu vergessen der Partnerverein Elsonhanitra Madagascar Mission, der die Baukoordination übernahm und vor Ort unermüdlich aktiv war.

„Nun, da der Alltag in den neuen Räumlichkeiten eingekehrt ist, fertigt ein deutscher Zimmermann auf der Walz mit seinen Lehrlingen aus Fotadrevo Möbel für das Krankenhaus an“, erklärte Emmrich. Dank der professionellen Hilfe seien nun bald ausreichend Regale, Kästen und Schränke, Moskitonetze und Arbeitstische vorhanden. Auch sollen zwei weitere Schatten spendende Unterstände für wartende Patienten gebaut werden.

Seit Ende Oktober ist wieder ein Seecontainer aus Deutschland auf dem Weg nach Madagaskar. Darin sind gut verstaut: Ein nagelneuer gespendeter Landcruiser-Krankenwagen und etwa 2,5 Tonnen chirurgische Instrumente und medizinisches Material, die an vier Krankenhäuser im Süden der Insel verteilt werden. „Mittlerweile ist der Container in Mauritius angekommen und wartet auf die Verladung und den letzten Teil der Reise nach Tuléar, einen Hafen an der madagassischen Westküste“, so der Leipziger. Wenn alles klappt, seien die Spenden in diesen Tagen dann vor Ort.

Infos: www.aerzte-fuer-madagaskar.de; Spenden: Ärzte für Madagaskar, IBAN: DE65 8605 5592 1090 0096 70 BIC/SWIFT: WELADE 8L XXX, Sparkasse Leipzig

Von Martin Pelzl

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