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Lokales Nach umstrittender Razzia in der Stockartstraße: Gericht verurteilt zwei Dealer
Leipzig Lokales Nach umstrittender Razzia in der Stockartstraße: Gericht verurteilt zwei Dealer
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09:16 02.02.2013
Mit einem Großaufgebot ging die Polizei im Oktober gegen Drogendealer in Leipzig vor. (Archivbild) Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Daniel R. (37) kommt mit einer Bewährungsstrafe davon. Sein Komplize Arwed W. (36) muss ins Gefängnis, weil bei ihm Waffen, unter anderem ein laut Gesetz verbotener Wurfstern, gefunden worden waren.

Die sechste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jens Kaden hielt beide Angeklagte unter anderem des „Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" für schuldig. Daniel R. wurde deshalb zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss der gelernte Maler und Lackierer 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Für Arwed W. fiel die Strafe empfindlicher aus: Drei Jahre und vier Monate Haft wegen bewaffneten Drogenhandels – der Wurfstern machte den Unterschied. Auch Verteidiger Stephan Bonell räumte dies ein, plädierte für seinen Mandanten auf drei Jahre Haft.

Staatsanwalt André Kuhnert forderte gar für beide Angeklagte dreieinhalb Jahre Gefängnis, denn auch Daniel R. habe seiner Ansicht nach von der Waffe gewusst. Dem folgte das Gericht aber nicht. Es hielt beiden Angeklagten ihr Geständnis zum Prozessauftakt zugute. Kaden wies zudem darauf hin, dass die Anklage nur auf das beschränkt war, was sich eindeutig den Beschuldigten zuordnen ließ. Bei der Razzia seien an dieser Adresse in der Stockartstraße mindestens sechs Kilo Drogen entdeckt worden. Zur Last gelegt wurde den Angeklagten jedoch lediglich der Handel mit 750 Gramm Marihuana. Ob gegen das gestrige Urteil Revision eingelegt wird, ist noch offen.

Wie berichtet, hatte eine frühere Mitbewohnerin aus dem alternativen Projekt in der Stockartstraße im April 2012 ausgepackt. Die Polizei überwachte daraufhin Telefone und observierte Verdächtige. Am 12. Oktober fand die Razzia statt. Hinterher hagelte es Kritik aus dem Szeneviertel, weil Beamte in voller Einsatzmontur durch den Garten einer Kindertagesstätte gestürmt waren. „Das Verfahren hat gezeigt, dass die Polizeitaktik, den Kindergarten einzubeziehen, notwendig war", stellte Richter Kaden gestern klar. „Vielleicht hätte man fünf Minuten vorher eine Zivilbeamtin zur Vorwarnung hinschicken können."

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei mehr als zwölf Kilogramm Rauschgift. Gegen zwei weitere Beschuldigte (29/37), die nach der Razzia wieder auf freien Fuß kamen, laufen laut Staatsanwaltschaft noch Ermittlungsverfahren – es geht um drei Kilo Drogen. Die Anklageerhebung gegen einen fünften Verdächtigen (42) wegen mehr als zwei Kilo Marihuana in einer Wohnung an der Stockartstraße steht noch aus.

Frank Döring

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