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Nachlass von Erich Loest: „Ich hoffe, die Stücke kommen in ehrende Hände“

Präsentation von Auktionsobjekten in Leipzig Nachlass von Erich Loest: „Ich hoffe, die Stücke kommen in ehrende Hände“

Kaum war das extra zur Präsentation des Nachlasses von Erich Loest (1926-2013) angemietete Ladengeschäft in der Hainstraße 3 am Montag um 10 Uhr geöffnet, fanden sich die ersten Besucher ein. Dirk Karolus Metzig begrüßte jeden persönlich und freute sich über das Interesse. Am Sonnabend sollen die mehr als 200 Stücke versteigert werden.

Erich Loests Schreibmaschine der Marke Brother.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.. Kaum war das extra zur Präsentation des Nachlasses von Erich Loest (1926-2013) angemietete Ladengeschäft in der Hainstraße 3 gestern um 10 Uhr geöffnet, fanden sich die ersten Besucher ein. Dirk Karolus Metzig begrüßte jeden persönlich und freute sich über das Interesse. „Ich hätte nicht gedacht, dass das von Anfang an gleich so groß ist.“ Wie berichtet, werden am kommenden Sonnabend ab 14 Uhr in Barthels Hof über 200 Objekte aus dem persönlichen Besitz des namhaften Schriftstellers und Leipziger Ehrenbürgers vom Auktionshaus Proventura versteigert. Mit dem Erlös sollen bestehende Erbansprüche gerecht bedient und so Differenzen ausgeräumt werden, hieß es. Ein Großteil dessen, was unter den Hammer kommt, ist in dieser Woche jeweils von 10 bis 11 Uhr und von 18 bis 19 Uhr und am Freitag bis 20 Uhr zu besichtigen. Außerdem lassen sich die Gegenstände am Sonnabend vor Auktionsbeginn noch in Augenschein nehmen.

Zu den ersten, die dieses Angebot gestern dankbar annahmen, gehörte Frank Schmidt: „Ich bin Sammler von Füllfederhaltern“, erklärte der aus Hamburg Stammende und begutachte neugierig diverse Schreibutensilien, die Loest nutzte. Zum Aufruf werden auch sein rund 100 Jahre alter englischer Schreibtisch und seine Schreibmaschine vom Typ „Brother“ kommen. Marianne Schönert verband ihre Visite im Schauraum mit dem Wunsch, „dass die Stücke in ehrende Hände“ kommen. „Sie sind ja gewissermaßen vergegenständlichte Biografie und erzählen Geschichten“, meinte die Leipzigerin. Besonders Loests lederne Büchertasche und seine Hüte hatten es ihr angetan. „Vielleicht biete ich da mit.“

Möbel, Meißner-Porzellan, Lampen, Münzen, Briefmarken, Schallplatten, CDs, Kassetten, Teppiche, Uhren, die Kaffeemaschine – für all das „sollen sich bei der Auktion Liebhaber finden“, meinte Proventura-Inhaber Johann Zimmermann. Und natürlich für die Zeichnungen, Drucke, Lithographien und Gemälde, von denen diverse hochkarätig sind. Wie ein Landschaftsbild von Wolfgang Mattheuer, das mit 10 000 Euro taxiert ist, oder eine 1959 von Otto Dix geschaffene Farblithographie mit einem Katzenmotiv, für die 7500 Euro als Basis angesetzt sind. Auch Arbeiten von Reinhard Minkewitz und Günter Richter sind zu haben. Auf der Zeichnung von Minkewitz ist der junge Loest zu sehen, Richters Ölgemälde nimmt das einstige Wohnhaus des Schriftstellers in der Oststraße in den Blick.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Als Auktionspartner fungiert der Antiquar, Kunsthändler und Galerist Martin Koenitz. Sollte sich für den einen oder anderen Posten kein Gebot zum Startpreis finden, werde rückwärts gesteigert, ließ er wissen. Gewichtigstes Objekt ist ein Tresor der Marke Topas, der gestern allerdings verschlossen war. „Wer ihn letztlich bekommt, der erhält natürlich auch die Schlüssel und die Zahlenkombination“, so Koenitz, der die Vorbesichtigung in der Leipziger City arrangiert hat. Er selbst werde auch mitbieten – „einige der Grafiken liegen mir sehr am Herzen.“ Was an Auktionaten am Sonnabend den Besitzer wechseln soll, kann auch im Internet unter www.proventura eingehend begutachtet werden.

 

Von Mario Beck

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