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Lokales Kerstin Herrlich rettet Leipziger Kunstfestival
Leipzig Lokales Kerstin Herrlich rettet Leipziger Kunstfestival
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00:22 05.08.2018
Kerstin Herrlich freut sich auf die nächste „Nacht der Kunst“ entlang der Georg-Schumann-Straße. Das Event geht am 1. September über die Bühne. Quelle: Foto: André Kempner
Gohlis/Möckern/Wahren

Die Leipzigerin Kerstin Herrlich ist, auch wenn sie es selbst nicht so sieht, eine Retterin der „Nacht der Kunst“ in der Georg-Schumann-Straße. Wieso? Warum? Was war geschehen? Das Organisationsteam hatte sich aufgelöst, nur noch Sprecherin Monika Maywald, die Chefin vom Weinstein 13, war geblieben. Diese sandte einen Hilferuf in die Facebook-Welt – mit Erfolg. Als Kerstin Herrlich den Hilferuf las, meldete sie sich umgehend, obwohl sie nicht unter Arbeitsmangel litt. „Wenn einer so gut funktionierenden öffentlichen Veranstaltung nach acht Jahren plötzlich das Aus droht, kann ich nicht tatenlos zusehen. Und meckern hilft nicht, nur machen“, sagt die Kulturvermittlerin aus Gohlis.

Fünf „Mädels“ wollen für frischen Wind sorgen

Sie spricht von den „Mädels“, wenn es um den neuen harten Kern der Kunst-Nacht geht. Gemeint sind Monika Maywald und Romy Ebert. Im erweiterten Org-Team arbeiten noch Talina Rinke vom Magistralenmanagement und Maike Steuer mit, die ihr Geschäft HomeLE leider aufgeben musste. Gemeinsam wollen sie frischen Wind in das Event bringen. „Schon die Vorarbeit war heftig. Mit einem festen Job wäre das nicht gegangen“, bekennt Kerstin Herrlich, die 2016 ihre Festanstellung nach 23 Jahren bei einer Steuerkanzlei aufgab, um einen neuen Job anzutreten. Den musste sie jedoch ungewollt nach einem Jahr wieder aufgeben. Zurück in die Kanzlei habe sie nicht gewollt, das hätte sie als „unfair“ empfunden, wie sie sagt. Inzwischen hat sich die Gohliserin als Freelancerin frei geschwommen. Ins kalte Wasser musste sie nicht springen, denn ihr Kanzlei-Job hatte sie in etliche Kulturbetriebe geführt. Zudem organisiert sie bis heute Ausstellungen in ihrer alten Firma. Die Kultur- und Kunstwelt ist der 59-Jährigen also vertraut, auch die „Nacht der Kunst“.

Kaufland-Raum ist einer von vielen Hotspots

Für das Ereignis am 1. September saust die studierte Betriebswirtin nun wie ein Wirbelwind voller Tatendrang von Termin zu Termin. Tag für Tag, von morgens bis abends. Denn bis zum Start des turbulenten Festes im Norden von Leipzig gibt es noch viel zu tun. Sie ist für die Auswahl der Künstler verantwortlich und schwärmt von einem großen Raum unter der Bibliothek Gohlis, „den uns Kaufland zur Verfügung gestellt hat. Dort können wir großflächig Werke von mehreren Künstlern präsentieren.“ Hier wird es große Bilder, Objekte, Skulpturen, Installationen zu sehen geben – von Marlies Raasch, Grit-Ute Zille, Christian Schmit, Bartlomiej Kiszka, Henrietta Meyer, Hjördis Baacke, Franziska Möbius und Steve Louis. „Da wird etwas sehr Schönes entstehen“, ist sich die Macherin sicher. Und der Kaufland-Raum sei ja nur ein Hotspot von vielen. Allein im Glashaus in Wahren seien rund 40 Kunstschaffende vereint.

Mehrere Streetfood-Stände sorgen für Stärkung

Überall entlang der Magistrale passiert etwas – angefangen am Café Walter hinterm Chausseehaus bis zu den Pittlerwerken, die mit einem eigenen Programm aufwarten. Hinzu kommen Leuchtpunkte in Nebenstraßen, zum Beispiel die Musikschule in der Eisenacher Straße, das Buddehaus samt Skulpturengarten in der Lützowstraße, der Bürgerverein in der Lindenthaler Straße. Fleischer Knötzsch will ein bayrisches (Dirndl-)Fest veranstalten. Einzelhändler, Geschäftsleute und Vereine packen mit an und bereiten Ausstellungen, Begegnungen und Kleinigkeiten zur Stärkung vor. Apropos Stärkung. „Damit noch mehr Leben auf die Straße kommt, wollen wir für mehrere Streetfood-Stände sorgen“, kündigt Kerstin Herrlich an. Zudem sollen Artisten im Freien auftreten.

Musiker sollen Honorar erhalten

Getragen wird die „Nacht der Kunst“ vom Förderverein Georg-Schumann-Straße. Die Stadt Leipzig unterstützt das Fest. Gesucht werden allerdings noch Sponsoren, „damit wir den vielen Musikern ein Honorar zahlen können“, sagt die Organisatorin. Bislang seien diese leer ausgegangen, das könne aber nicht länger hingenommen werden. Wer also helfen will und kann, melde sich bitte unter der E-Mail-Adresse orga@ndk-leipzig.de.

Von Marianne H.-Stars

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