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Lokales Nachttanzdemo in Leipzig: Gegen den „Partypatriotismus“ zur Fußball-EM
Leipzig Lokales Nachttanzdemo in Leipzig: Gegen den „Partypatriotismus“ zur Fußball-EM
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17:14 12.06.2016
Schwarz-Rot-Gold: Leipziger Fanmeile auf dem Richard-Wagner-Platz zur Fußball-WM 2014.  Quelle: Christian Modla
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Leipzig

 Während zum Public Viewing bei den Spielen der Deutschen Mannschaft auch in Leipzig sicher wieder schwarz-rot-goldene Fähnchen, Perücken oder Girlanden zum Einsatz kommen, protestiert die Linksjugend in Leipzig mit einer „Nachttanzdemo“ gegen diese Fankultur. „Partypatriotismus Überwinden - Unser Sport ist antinational!“ lautet das Motto, unter dem die Demonstration gegen 20 Uhr am Connewitzer Kreuz startet.

Über die Karl-Liebknecht-Straße geht es in Richtung Innenstadt. Am Südplatz und an der Schillerstraße sind Zwischenkundgebungen geplant. „Sport soll verbinden und Menschen, egal wie alt, woher sie kommen, egal welchen Geschlechts zusammen bringen“, heißt es in der Ankündigung via Facebook.

Landtagsabgeordneter und Linksjugend-Mitglied Marco Böhme kritisierte bereits am Freitag in dem Zusammenhang auch die Äußerungen von Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU), der sich in der vergangenen Woche für mehr Patriotismus in Deutschland ausgesprochen hatte. „Im gleichen Atemzug forderte er seine CDU Kollegen auf, mehr rechte Themen zu besetzen, um der AfD Wählerstimmen zu nehmen“, so Böhme. Damit verfolge die Union eine Strategie, nach der die Gesellschaft „rechter“ werden müsse, um „eine Gefahr von rechts zu bannen“.

Die Linksjugend äußert auf Facebook die Befürchtung, dass Rechtspopulisten sich das „Wir-Gefühl“ einer Fußball-EM zu Nutze machen könnten, um Nationalismus zu befördern und andere Menschen auszugrenzen. „Wir haben Lust darauf miteinander Spaß zu haben und miteinander zu Feiern – ohne Grenzen“, so der Aufruf zur „Nachttanzdemo“.

Aufruf zu Fahnenverzicht: Grüne Jugend erntet massive Kritik

Auch in Rheinland-Pfalz gibt es eine Opposition gegen „Schwarz-Rot-Gold“ zur Fußball-EM. Mit einem Aufruf zum Verzicht auf Fahnen bei der Fußball-Europameisterschaft hat die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am Freitagabend hatte die Grünen-Organisation über die sozialen Medien Facebook und Twitter erklärt „Patriotismus=Nationalismus. Fußballfans Fahnen runter!“.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) twitterte am Sonntagmorgen: „#GrüneJugend kapiert’s nicht: Fahnen der Fans sind das Gegenteil der Fahnen von einst: Symbol für weltoffenes, sympathisches Deutschland!“ Der SPD-Politiker Johannes Kahrs schrieb: „wie peinlich ist denn das. jetzt häng ich mir wieder ne deutschland flagge über den strandkorb. jawohl.“ CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der „Bild am Sonntag“, die Unterstützung der Nationalelf mit den Nationalfarben sei gesunder Patriotismus. „Besser Patriot als ein Idiot“.

Über Facebook wurde der Beitrag bis Sonntagmittag rund 8000 Mal geteilt und kontrovers diskutiert. Die Grüne Jugend hatte bereits am Samstag trotz der teils heftigen Reaktionen bekräftigt: „Wir bleiben dabei: Freude am Fußball statt an der Nation!“

Von lyn

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