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Lokales Nachwuchspaar: Erst mal zuschauen und sich dann bei den Profis viel abgucken
Leipzig Lokales Nachwuchspaar: Erst mal zuschauen und sich dann bei den Profis viel abgucken
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00:21 07.10.2017
Theresa Karisch (12) und Leon Przybilla (13) gehören sachsenweit zu den erfolgreichsten Nachwuchspaaren.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Profi-Tanzsport erleben, Promis bewundern und beim Publikumstanz selbst aufs Parkett gehen – das alles verspricht die Weltmeisterschaft der Profis in den fünf Lateinamerikanischen Tänzen am 21. Oktober auf der Neuen Messe. Die Lokalmatadoren Oliver Thalheim und Tina Spiesbach sind zum achten Mal Gastgeber. In einer kleinen Serie stellt die LVZ Stars des Tanzsports aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor, die sich dieses Fest nicht entgehen lassen.

Für Theresa Karisch (12) und Leon Przybilla (13) klingt es wie ferne Zukunftsmusik, dass sie selbst mal bei einer Weltmeisterschaft starten könnten. Aber die Deutsche Meisterschaft haben sie schon im Blick. „Spätestens in drei Jahren, hoffe ich“, sagt Leon. „Es könnte auch schon ein bisschen früher passieren“, wendet Theresa ein. Und warum auch nicht? Erst seit März 2016 tanzen die beiden zusammen und wurden schon sächsische Landesmeister im Latein und zweimal Vize-Meister im Standard. Zur Tanz-WM auf der Neuen Messe werden sie zuschauen, ganz gewiss staunen und sich bei den Profi-Vorbildern viel abgucken. Ob sie später selbst Profi-Tänzer werden wollen, wissen sie noch nicht. Auf jeden Fall haben sie mit Tina Spiesbach eine Trainerin, die es mit ihrem Partner Oliver Thalheim ebenfalls bis in die Weltspitze geschafft hat.

Für Theresa und Leon heißt es derzeit: viel Training, viel Ehrgeiz, wenig Freizeit. Zweimal wöchentlich gehen sie regulär zum Training, zudem erhalten sie mindestens einmal wöchentlich Einzelstunden, oft am Wochenende. Dazu kommen Fitnessübungen zu Hause. Vor großen Wettkämpfen – wie der Landesmeisterschaft im Standard im September – wird das Pensum deutlich hochgefahren auf fünf Trainingseinheiten pro Woche. „Da ist man dann froh, wenn die Woche schnell vorüber ist und man keine Arbeiten schreibt“, gestehen die beiden. Trotzdem sind sie gute Schüler: Theresa war letztes Jahr mit einem Schnitt von 1,06 Klassenbeste an der Neuen Nikolaischule. Leon, der in Wurzen wohnt, schaffte an der Oberschule Lossatal einen Notendurchschnitt von 1,9. Er angelt, spielt Querflöte im Spielmannszug und will mal Polizist werden, während Theresa sich ein Medizinstudium vorstellen könnte. Ihre Freundinnen beneiden sie um ihr Talent und die schönen Kleider, aber nicht um den Aufwand, der dahinter steckt.

Denn die Freizeit bleibt in solchen intensiven Trainingsphasen natürlich sehr begrenzt. Zum Glück verstehen sich die beiden richtig gut. Sie nehmen es sportlich, dass sie sich beim Tanzen anfassen und sehr nahe kommen müssen – in einem Alter, in dem Vertreter des anderen Geschlechts oft noch Wesen von einem anderen Stern sind. „Theresa ist die Strengere, sie meckert mich manchmal an, aber wir kriegen uns immer wieder ein“, verrät Leon. „Leon ist ein lässiger Typ, mehr so spontan. Manchmal kommt er direkt aus dem Schwimmbad zum Training. Aber Tanzen ist Leistungssport, da muss man Prioritäten setzen“, mahnt Theresa. Einen Freund oder eine Freundin hat noch keiner von beiden.

Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch ihre Eltern verstehen sich gut, sprechen sich per Whatsapp oder Telefon ab, denn jeder fühlt sich auch für das andere Kind mitverantwortlich. Die stolzen Eltern und Großeltern bewundern das Können ihrer beiden, wenn sie bei Familienfeiern oder Tanzschul-Bällen auftreten. Ansonsten sind die Familien in das Sport-Hobby voll mit eingespannt. Sie übernehmen Fahrdienste und schießen Geld zu, um die maßgefertigten Kleider und Anzüge zu bezahlen. Ein Wettkampf-Kleid für Theresa fängt bei 500 Euro an, nach oben gibt es keine Grenzen. Leon kommt mit der Hälfte der Kosten weg.

Von Kerstin Decker

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