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Lokales Nachwuchssorgen: Der Bürgerverein Leipzig-Gohlis steht vor dem Aus
Leipzig Lokales Nachwuchssorgen: Der Bürgerverein Leipzig-Gohlis steht vor dem Aus
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23:59 15.06.2014
Ein Abschiedskonzert? Die Musik beim Sommerfest in Gohlis spielte wohl zum letzten Mal. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Dabei kann den Vereinsmitgliedern derzeit kaum zum Lachen zumute sein. Denn 22 Jahre nach seiner Gründung steht der Bürgerverein vor dem Aus.

Bereits am 26. März hatte der Vorstand die Auflösung beschlossen. Der Hauptgrund: Nachwuchssorgen. "Es hat sich einfach kein Freiwilliger für eine Neubesetzung des Vorstandes gefunden", erklärt Gerd Klenk, der bis März Vereinsvorsitzender gewesen war und nun für die Abwicklung mitverantwortlich ist. Erschwerend kämen noch finanzielle Probleme hinzu. Außerdem laufe der Vertrag mit Projektleiterin Eva-Maria Cramer aus. Sie hatte bisher im Bürgerbüro vor allem älteren Gohlisern bei Alltagsfragen weitergeholfen.

"Wir wollen die Zeit bis März 2015 nutzen, um laufende Projekte zu Ende zu führen", sagt Gerd Klenk. Dazu gehörten etwa die "Dialoge für Gohlis", die im Zusammenhang mit dem Moscheebau ins Leben gerufen wurden, oder ein Projekt, bei dem alten Menschen Alltagshelfer zur Seite gestellt werden. Doch Klenk weiß auch: "Wenn wir gehen, wird das natürlich eine Lücke reißen." So denken auch die Gohliser, die das Sommerfest besuchten. "Ich bin ja noch recht jung und weniger betroffen als die Älteren", sagt der 31-jährige Frank Neustadt. "Aber auch die Beiträge des Vereins zur Stadtgeschichte werden fehlen, etwa die Gohliser Hefte." Seit seiner Gründung hat der Bürgerverein insgesamt elf dieser Bücher veröffentlicht, die sich vor allem mit dem Unternehmer Adolf Bleichert und seiner Geschichte befassen.

Weil viele Bürgervereine vor ähnlichen Herausforderungen stehen, fürchtet Gerd Klenk, dass das Ende mit Gohlis noch nicht erreicht sein könnte. "Ich weiß zum Beispiel von Möckern-Wahren, dass dort auch eine Auflösung angekündigt wurde." Dennoch, zum Sommerfest wollten sich die Mitglieder des Bürgervereins die Laune nicht verderben lassen. Vielleicht auch, weil es noch einen kleinen Funken Hoffnung gibt: Wenn sich früh genug drei Freiwillige für die Vorstandsarbeit fänden, könnte der Verein weiterarbeiten. Am Ende des Fests wies Klenk noch einmal darauf hin. Einen Grund für übertriebenen Optimismus sieht er aber nicht. "Bevor ich nicht eine ernsthafte Rückmeldung habe, glaube ich auch nicht dran."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2014

Stefan Lehmann

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