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Leipzig Lokales Nächste Runde in Justizposse um Leipziger Taekwondo-Trainer
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18:58 18.04.2013
Dicke Akte, aber kein Angeklagter: Verteidiger Curt-Matthias Engel bekam auch zur gestrigen Verhandlung seinen Mandanten nicht zu Gesicht. Quelle: André Kempner

Seit sieben Jahren scheitern alle Versuche, den Angeklagten vor Gericht zu stellen. Jetzt forderte er sogar freies Geleit, falls er nach Deutschland zurückkommt.

Etem S. war 2006 am Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Er soll in der Nacht zum 20. September 2005 ein damals 13-jähriges Mädchen zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Das Opfer ist die Tochter einer befreundeten Familie aus der Nähe von Leipzig. Etem S. bestritt die Tat. Er legte Berufung gegen das Urteil ein, kehrte danach in seine Heimat zurück - und blieb sämtlichen seit Januar 2007 anberaumten Berufungsprozessen fern. Leipziger Richter sahen die von ihm übermittelten Atteste wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit mehrmals als gefälscht an und verwarfen seine Berufung. Doch die Urteile wurden vom Oberlandesgericht Dresden kassiert, weil entweder die Fälschung nicht hinreichend belegt sei oder aber das Landgericht Formfehler begangen habe.

Am Donnerstag legte Verteidiger Curt-Matthias Engel einen umfangreichen Schriftsatz vor. Darin beantragte er die Absetzung des Hauptverhandlungstermins. Unter anderem stellte er einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Zudem legte er - wieder einmal - ein ärztliches Attest vor, wonach der Angeklagte für sieben Tage aufgrund einer akuten Bronchitis krankgeschrieben sei. Zuvor war für Etem S. bereits ein Antrag auf Reisekostenerstattung gestellt worden. Der Angeklagte habe selbst nicht die finanziellen Möglichkeiten, um zum Prozess nach Deutschland zu reisen. Das Gericht lehnte dies ab, da die Mittellosigkeit nicht ausreichend nachgewiesen sei. Außerdem forderte Engel für seinen Mandanten im Fall seiner Anreise zum Prozess freies Geleit: Etem S. müsse Ausreiseverbot oder Haftbefehl befürchten. Auch dies wurde abgelehnt. Dafür bestehe kein Grund, so das Gericht. Engel stellte auch den Antrag, von seinem Mandat als Pflichtverteidiger entbunden zu werden, weil er seinen Mandanten weder persönlich noch telefonisch sprechen könne. Das Gericht sah auch dafür keine Veranlassung.

Über den Befangenheitsantrag gegen die Strafkammer unter Vorsitz von Hans Jagenlauf müssen nun Vertretungsrichter befinden. Am 7. Mai soll der Berufungsprozess fortgesetzt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.04.2013

Döring, Frank

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