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Lokales Nächstenliebe bleibt ungefördert und sucht ehrenamtlichen Beistand
Leipzig Lokales Nächstenliebe bleibt ungefördert und sucht ehrenamtlichen Beistand
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23:59 20.04.2015
(Symbolfoto) Quelle: dpa

2400 Euro insgesamt. Vorige Woche kam die Ablehnung. Finanziell werkeln wir am Limit", sagt Sprecher Dirk Thiele.

Auch das Jobcenter lasse sie - so Thiele - hängen. "Da stellten wir ebenfalls letzten September einen Antrag auf Förderung von Arbeitsverhältnissen - er blieb unbearbeitet. Auf Nachfrage hieß es, man habe keine geeigneten Kandidaten für uns." Das Problem ließe sich aber lösen. "Im Dezember meldete sich eine schwer behinderte junge Praktikantin bei uns. Sie ist förderungsfähig, passt in unser Profil. Als wir dem Jobcenter unsere Wunschkandidatin vorschlugen, hieß es, man habe aktuell keine Mitarbeiter, um solche Anträge zu bearbeiten." Empört sei er gewesen, sagt Thiele. Und beschwert habe er sich - im Kundenreaktionsmanagement der Behörde ebenso wie bei der sächsischen Sozialministerin in Dresden.

"Daraufhin kam der Bescheid, es gebe nunmal nur eine begrenzte Anzahl von geförderten Stellen und die für 2015 wären bereits zu Jahresbeginn ausgeschöpft gewesen. Wir sollten bitte warten, bis eine Stelle zurückgegeben wird." Sprecher Thiele nebst Mutter Johanna, mit 75 Lenzen und zu 80 Prozent schwerbehindert eine immer noch agile Vereinsvorsitzende, suchten Beistand im Rathaus. Nachdem OBM und Sozialbürgermeister einen Besuch bei ihnen aus Zeitnot abgesagt hätten, komme nun diese Woche eine Frau vom Jugendamt.

"Allerdings, warum das Jugendamt, das erschließt sich uns nicht so recht", grübeln Thieles. Vielleicht, weil sich der Verein mit den ihm verfügbaren Mitteln und personell einzig ehrenamtlicher Kraft um soziale Belange von Familien mit Kindern kümmert, die sich sonst nicht selbst behelfen könnten? Oder auch, weil ihr Verein versucht, mit einem bereits verkleinerten Projekt Schülernachhilfe wenigstens noch für eine Handvoll tumorkranker und behinderter Kinder zu sichern beziehungsweise mit dem Verein Jugendhaus Leipzig kooperiert, wie Thieles vermuten. All ihre anderen Aktivitäten seien ja eher auf ältere Semester ausgerichtet: die Beratung für sozial Benachteiligte in persönlichen Notsituationen; das Hilfsgütersammeln für Osteuropa und der offene Strickkreis, der für zahllose Wave-Gotik-Besucher längst zur festen Größe wurde - dank seiner Aktion "Stricken für Schwarzromantiker".

Den Strauß um diverse Förderungen sehen Thieles noch nicht ausgefochten, doch Unterstützung aus der Bevölkerung könne ihnen jetzt auch etwas über den Berg helfen, denken sie. "Studenten etwa, die für einige Stunden im Monat ehrenamtlich mithelfen. Oder Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum ableisten müssen - sonst hätten wir ja Mindestlohn zu zahlen, nur wovon?", listet Johanna Thiele auf. Nicht zuletzt wäre man selig über weitere freiwillige Nachhilfelehrer und Autofahrer, die einmal monatlich ein paar Transportprobleme lösen könnten.

Kontakt: Telefon 0341 6886319

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.04.2015

Angelika Raulien

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