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Lokales Nächtliche Gewitter über Leipzig – keine größeren Schäden
Leipzig Lokales Nächtliche Gewitter über Leipzig – keine größeren Schäden
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09:08 06.07.2015
LVZ.de-User Jens Weber hat die Blitze fotografiert. Quelle: Jens Weber
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Leipzig

Schwere Gewitter haben in der Nacht zum Montag Leipzig erschüttert. Zwischen 22 und 1 Uhr zuckten hunderte Blitze über der Messestadt, krachte es auch erheblich. Größere Schäden blieben zum Glück aus. Wie die Feuerwehr mitteilte, musste sie lediglich zu kleineren Einsätzen ausrücken, Personen waren nicht zu Schaden gekommen.

In der Nacht hat eine Gewitterfront Leipzig erreicht. Größere Schäden sind glücklicherweise ausgeblieben...

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Sonntag, 5. Juli 2015

So fielen gegen 22 Uhr in der Otto-Adam-Straße im Stadtteil Gohlis-Mitte lose Dachziegel auf die Straße und beschädigten dabei ein geparktes Fahrzeug. In der Reichelstraße (westliches Zentrum) klapperten Scheiben in einem leer stehenden Gebäude, drohten ebenfalls herabzufallen. Die Feuerwehr rückte an und musste insgesamt 22 Fenster befestigen. Im Rosenthal, Höhe Waldstraße und Möckernsche Allee, drohte ein Baum umzustürzen. Die Rettungskräfte zerteilten herabgefallene Äste.

100 Einsätze in Braunschweig - Bahnausfälle im Norden und Osten

Andere Landesteile kamen weniger glimpflich davon. Innerhalb von 24 Stunden gingen 65.255 Blitze über Nordrhein-Westfalen nieder, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen. Die Feuerwehren in den Ländern hatten vor allem mit vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und umgestürzten Bäumen zu tun. „Alles, was der Sturm eben umhaut: Bäume, Äste, Dachziegel“, sagte ein Polizeisprecher in Hannover. Innerhalb von zwei Stunden seien 50 Polizisten und 35 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen.

Allein in der Stadt Braunschweig seien die Rettungskräfte weit mehr als 100 Mal gerufen worden, teilte die Polizei mit. In Hattingen am Rande des Ruhrgebiets wurden zwei Menschen vom Blitz getroffen und schwer verletzt. Wie in der Nacht zuvor brannten auch wieder Dachstühle nach Blitzeinschlägen.

In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern war zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gekommen, weil umstürzende Bäume auf Oberleitungen fielen. Noch bis in den Morgen blieben mehrere Strecken gesperrt – vor allem um den Knotenpunkt Hannover herum gebe es immer noch Probleme, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Fahrgäste müssten bis zum Mittag mit Ausfällen und Beeinträchtigungen rechnen.

Flugzeuge nach Dresden umgeleitet - Helene Fischer muss Konzert beenden

Geduld brauchten auch Reisende auf dem Weg zurück nach Berlin: Wegen des Unwetters waren mehrere Flüge mit Ziel Berlin-Tegel umgeleitet worden. Der Online-Auskunft über die Ankunftszeiten am Flughafen zufolge wichen zwischen 22.00 Uhr und Betriebsschluss 17 Flieger auf andere Flughäfen aus. Der Flughafenauskunft vom frühen Montagmorgen zufolge sind die Flugzeuge unter anderem in Dresden gelandet.

In Thüringen kippte eine Windböe auf der Autobahn 4 nahe Mellingen einen Lastwagen um. Das Führerhaus hing über einer Brücke und drohte in die Tiefe zu stürzen. Der Fahrer wurde gerettet. Am späteren Nachmittag löste heftiger Regen unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Niedersachsen mehrere Rettungseinsätze aus.

Schlagerstar Helene Fischer („Atemlos durch die Nacht“) musste sich derweil dem Unwetter über Berlin geschlagen geben und ihr Konzert im Olympiastadion vorzeitig beenden. „Wir holen das nach, Berlin, okay? Wir sehen uns wieder“, sagte die 30-Jährige und verschwand hinter der Bühne. Zuvor hatte die klatschnasse Sängerin noch den Prince-Klassiker „Purple Rain“ zum Besten gegeben, wie Videos im Internet zeigen.

 

Neuer deutscher Hitzerekord - Aussichten leicht kühler

Die Hitzewelle hatte Deutschland am Sonntag einen neuen Temperaturrekord beschert. Im bayerischen Kitzingen wurden am Sonntag 40,3 Grad gemessen, wie ein Sprecher des DWD sagte und damit einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ bestätigte. Das ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die bislang höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland betrugt 40,2 Grad.

Am bislang heißesten Wochenende des Jahres kamen bundesweit mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Strände und Seen erlebten einen gewaltigen Ansturm. Auch an Land hatte die Hitze gefährliche Folgen. So kollabierten viele Erntearbeiter auf einem Feld. Waldgebiete und Wiesen brannten. Etliche Fernzüge fielen wegen defekter Klimaanlagen aus. Dennoch war es für viele ein perfektes Sommer-Wochenende.

An diesem Montag soll eine Kaltfront für etwas Abkühlung sorgen. „Das Wetter wird ruhiger und kühler“, sagte die DWD-Expertin. Am Montagabend könnte es aber wieder zu Gewittern kommen. Am Dienstag steigen die Temperaturen dann noch mal - von frischen 25 Grad im Norden bis warmen 34 Grad im Süden.

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