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Lokales Nahverkehrsplan: Stadt macht Druck beim Ausbau des Straßenbahnnetzes
Leipzig Lokales Nahverkehrsplan: Stadt macht Druck beim Ausbau des Straßenbahnnetzes
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17:11 10.10.2018
Im Computer ist die neue Mockauer Straßenbahnstrecke bereits fertig – bis 2022 soll sie auch in der Realität nutzbar sein. Quelle: LVB
Leipzig

1,5 Milliarden Euro sollen bis 2030 in Leipzigs öffentlichen Personennahverkehr fließen – jetzt zeichnet sich ab, wie die erste Etappe dieses Mega-Investitionsvorhabens aussehen könnte. Im Neuen Rathaus wurde am Mittwoch der Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes vorgestellt, mit dem die Stadt ihren Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) verbindliche Leistungsvorgaben bis 2024 machen will.

Gleisverlegung in Mockau bis 2022

Noch vor 2022 will das Unternehmen die geplante Verlegung der Linie 9 in Mockau realisieren. Gleichzeitig sollen viele Straßenbahnstrecken leistungsfähiger gemacht werden, insbesondere für den Einsatz von 2,40 Meter breiten Fahrzeugen. So ist vorgesehen, die Ausbaulücken der Linie 15 in der Prager Straße zwischen Völkerschlachtdenkmal und Friedhofsgärtnerei sowie in der Jahnallee zwischen Sportforum Süd und Capastraße (inklusive Zeppelinbrücke) bis 2025 zu schließen. Für die Linie 11 sollen bis 2026 die noch nicht modernisierten Teilstrecken in der Georg-Schumann-Straße und in der Bornaischen Straße sowie der Bau einer neuen Wendeschleife Hänichen in Angriff genommen werden. Mittelfristig seien ähnliche Ausbauarbeiten auch auf den Linien 3 und 7 notwendig, heißt es.

Die LVB sollen auch ihre Untersuchungen für den Bau weiterer Straßenbahnstrecken forcieren. Die neue Mockauer Straßenbahn-Verbindung könnte bis nach Thekla weitergeführt und außerdem ein Betriebsgleis bis zur Hauptwerkstatt Heiterblick gelegt werden. Auch die mögliche Straßenbahn-Neubaustrecke von der Prager Straße sowie vom bisherigen Endpunkt der Linie 4 in Stötteritz zum Herzzentrum in Probstheida soll untersucht werden.

Erste Untersuchungen für „Brünner T“

Darüber hinaus werden die LVB beauftragt, konkrete Planungen vorzubereiten, die ab 2024 beginnen sollen; etwa den Bau einer „Südtangente“ über Schleußiger Weg/Kurt-Eisner-/Semmelweisstraße (von der Könneritz- bis zur Prager Straße) sowie eine Straßenbahnstrecke vom S-Bahnhof Wahren zum Rathaus Wahren (über Linkelstraße) einschließlich einer Wendeschleife über die verlängerte Auensee- auf die Georg-Schumann-Straße. Ähnliche Untersuchen sollen für ein „Brünner T“ beginnen, mit dem eine Straßenbahn-Verbindung von der Antonien- zur Lützner und Ratzelstraße gemeint ist. Für dieses Projekt sei auch eine Alternative über die Grünauer Allee denkbar, ist im Planentwurf zu lesen. Untersucht werden soll auch eine Straßenbahn-Anbindung für den Lindenauer Hafen (Plautstraße) – in Verbindung mit einer Verlängerung der Linie 14 über die Saalfelder Straße. Erwogen wird zudem die Einbindung des Böhlitz-Ehrenberger Wohnungsneubaustandorts südlich der Leipziger Straße in die Führung der Linie 7.

Darüber hinaus sollen Trassen für noch weitergehende neue Verbindungen frei gehalten werden. So für eine Straßenbahnverlängerung von der Landsberger Straße nach Lindenthal, von Meusdorf nach Liebertwolkwitz, von Anger-Crottendorf nach Mölkau sowie von Schönefeld oder von der Torgauer Straße ins Gewerbegebiet Nordost (Braunstraße) nach Thekla. Die Stadt macht sich auch für neue S-Bahn-Haltepunkte stark. Untersucht werden soll der Bau eines Bahnsteigs am Haltepunkt Paunsdorf für die S-Bahn, eine neue Zugangsstelle in Althen sowie für den „Freiladebahnhof“. Der Bereich Arno-Nitzsche-Straße/Marienbrunn ist ebenfalls im Gespräch; außerdem der Coppiplatz, wo ein Übergang zur Straßenbahnlinie 4 geschaffen werden könnte.

P&R wird deutlich ausgebaut

Bei Park&Ride-Plätzen (P+R) will die Stadt deutlich nachbessern. Mittelfristig soll im Süden am Agra-Standort sowie im Westen am S-Bahnhof Leutzsch ein ständiges Angebot geschaffen werden. Um den barrierefreien Umbau von Haltestellen voranzutreiben sollen die LVB jährlich mindestens zehn Straßenbahn- und 20 Bushaltestellen umbauen. Im Busnetz will die Kommune die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Leipzig bis 2030 einen „vollständig elektrisch angetriebenen“ öffentlichen Nahverkehr hat. Im Stadtgebiet soll dafür die notwendige Ladeinfrastruktur geschaffen werden.

Die öffentliche Diskussion über den Entwurf des neuen Nahverkehrsplans startet am 22. Oktober um 18 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses. Im Internet ist er seit gestern zu lesen (www.leipzig.de/ nahverkehrsplan).

Von Andreas Tappert

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