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Lokales Nasse Keller befürchtet: Lässt Projekt "Lebendige Luppe" das Grundwasser steigen?
Leipzig Lokales Nasse Keller befürchtet: Lässt Projekt "Lebendige Luppe" das Grundwasser steigen?
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23:59 04.11.2014
Die neuen Pläne für die Luppe sind unter vielen Naturschützern umstritten. Quelle: André Kempner

Befürchtet wird, dass der Grundwasserspiegel ansteigt – und dadurch beispielsweise die Keller in ihren Grundstücken nass werden.

Beim Naturschutzbund (Nabu), einem der beteiligten Partner des Projektes "Lebendige Luppe", wird dies anders gesehen. "Wir möchten die größtmöglichen Verbesserungen für die Auwaldnatur erreichen", sagt Bernd Heinitz, der Vorsitzende des Nabu Sachsen. Da man zusehen kann, wie der Wald an bestimmten Stellen immer mehr austrocknet, gehe es vorrangig um eine Revitalisierung alter Flußläufe. "Das Besondere daran: Das Projekt wird von Universität und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wissenschaftlich begleitet. Dabei entstehen auch Modellrechnungen, wie viel Wasser letztlich eingespeist wird", ergänzt Bund-Mitarbeiterin Maria Vlaic. Projektleiterin Angela Zabojnik vom Umweltamt: "Ich habe keinerlei Befürchtungen, dass es Auswirkungen auf die benachbarte Wohnbebauung gibt", sagte sie. Schließlich handle es sich um einen kleinen Bach. Untersuchungen zu Oberflächengewässer und Grundwasser erfolgen nach modernster Methodik. Wassermengen seien zudem steuerbar.

Das Projekt wird die Lebensader des Auwaldes freilich nicht grundlegend verbessern. Das räumt auch Heinitz ein: "Es ist ein Mosaikstein und wird weitere Bemühungen um den Auenschutz keineswegs überflüssig machen." Umweltverbände, darunter auch der Nabu, fordern seit Langem eine regelmäßige Überschwemmung des nördlichen Leipziger Auwalds. "Um der fortschreitenden Austrocknung des Auwaldes entgegenzuwirken, müssen vor allem die Gewässersohle von Neuer Luppe und Nahle und damit das Grundwasser deutlich angehoben werden", heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier mit Ökolöwe und Verein Nukla. In diesem Zusammenhang wird auch der Ausbau des Nahle-Auslassbauwerks – ein Projekt zum Hochwasserschutz – kritisiert. So könnten sich Umweltschützer durchaus vorstellen, die "Lebendige Luppe" als echten Auwaldfluss mit historischen Wassermengen wiederherzustellen und als naturnahes Pendant zur Unteren Weißen Elster zu entwickeln.

Für Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) ist das aber keine Option. Er hatte immer wieder betont, dass es sich beim Auwald keineswegs um einen Urwald, sondern ein gewachsenes Gebiet mit vielfältigen Funktionen handle. Hochwasserschutz müsse da ebenso berücksichtigt werden wie die Auwaldökologie und das Erholungs- und Freizeitbedürfnis der Leipziger.

Dem Nabu ist es wichtig, durch Mosaiksteine wie "Lebendige Luppe" für den Auwald größtmögliche Verbesserungen zu erreichen. Parallel engagiert er sich beispielsweise dafür, dass Wasserläufe in den Papitzer Lachen nicht länger trocken sind. Weitere Schritte müssten aber folgen. "Bei unseren Projekten reden wir von Revitalisierung, nicht Renaturierung", sagt René Sievert, der Chef des Nabu-Regionalverbandes Leipzig. Hinzu kommt: Als wichtige Ergänzung gebe es zahlreiche Lern- und Erlebnisangebote, die vielen Menschen das Ökosystem und die Notwendigkeit seines Schutzes nahebringen sollen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2014.

Mathias Orbeck

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