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Lokales Nathanaelkirche: Ex-Glöckner mit Herz für neue Glocke
Leipzig Lokales Nathanaelkirche: Ex-Glöckner mit Herz für neue Glocke
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01:00 06.07.2013
Jubilar Klaus Frank (rechts) übergibt Pfarrer Sebastian Führer 7500 Euro für die neue Freiheitsglocke der Nathanaelkirche. Mit dabei Sohn Andreas Frank (Mitte). Quelle: Armin Kühne

Dann wird die neue mächtige Bronzeglocke angeliefert; gefertigt in einer Spezialfirma in Sinn (Hessen). Kleinere Bronzeglocken, die in den vergangenen Jahren ebenso die im Laufe der Jahre kaputt gegangenen Stahlgussglocken ersetzt hatten, versehen schon ihre Kirchturm-Dienste.

Einen maßgeblichen Beitrag zur Finanzierung der 1,4 Tonnen schweren und samt Montage 37 000 Euro teuren Bronzeglocke leistete in den vergangenen Jahren Klaus Frank. Der Unternehmer - er steht einem Fahrzeugbaubetrieb mit heutigem Sitz in Frankenhain vor - spendete erst 1000 und nun, weil er 70 wurde, noch einmal 7500 Euro. Zum Zustandekommen letzterer Summe trugen vor allem auch Franks Geburtstagsgäste bei, die dem Jubilar nichts schenkten, sondern einen Obolus für die Glocke gaben.

Franks Engagement für die Nathanaelkirche hat einen triftigen Grund. Er wuchs einst in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses auf, dort wurde er konfirmiert, war Mitglied der Jungen Gemeinde und übernahm mit seinem Freund Klaus Kiesche sogar die Dienste als Glöckner. "Wir konnten uns damit ein schönes Taschengeld verdienen, mussten dafür aber auch immer pünktlich sein", erinnert sich Frank. Als Glöckner von Lindenau hatte er an jedem Werktag um 18 Uhr und am Sonntag vor und nach dem Gottesdienst zu läuten.

Über Verbündete wie den Ex-Glöckner freut sich Pfarrer Sebastian Führer (42). Ist das Geläut komplett, steht die Generalsanierung der Kirche an. Der neogotische Bau stammt aus dem Jahr 1884 und ist - ob nun am Dach oder bei der Innenausmalung, die in einigen besonderen Passagen schon mal verglichen wird mit Schloss Neuschwanstein - dringend zu erneuern.

Das dürfte einige weitere Jahre dauern. Führer will dafür Fördertöpfe anzapfen. Es gibt sogar positive Signale seitens des Staatsministers für Kultur und Medien bei der Bundesregierung. Auch baut der Pfarrer auf treue Seelen. Frank verspricht derweil schon mal, da im Mai 2014 sein Betrieb 50 wird, eine neue Kollekte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.07.2013

Thomas Mayer

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