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Lokales Naturkundemuseum: Faber lenkt ein - Kulturbürgermeister legt neues Konzept vor
Leipzig Lokales Naturkundemuseum: Faber lenkt ein - Kulturbürgermeister legt neues Konzept vor
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12:34 17.01.2017
Von Klaus Staeubert
Überraschende Wende im Streit um das Naturkundemuseum: Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) will es ab 2014 mit einem neuen Konzept an den Start bringen. Quelle: Volkmar Heinz

Das sagte er am Mittwoch gegenüber der LVZ. Gegen eine Schließung haben mittlerweile 11000 Leipziger protestiert.

"Ich habe am vorigen Dienstag in die Dienstberatung des Oberbürgermeister eine neue Vorlage in erster Lesung eingeführt. Es geht darin um die Wiedereröffnung des Museums mit einer neuen Konzeption an einem voraussichtlich neuen Standort bis 2014", so Faber. Als Klima- und Naturkundemuseum soll sich das Haus dann etablieren, einen qualitativen Sprung machen und neuer Anziehungspunkt in Leipzig werden. Über Details werde innerhalb der Rathausspitze noch verhandelt. Wird das Naturkundemuseum in der Lortzingstraße damit entgegen seinem Vorschlag ab 2011 doch nicht geschlossen? Faber: "Ich habe immer von einer temporärer Schließung gesprochen, ohnehin frühestens ab April 2011. Das hängt aber davon ab, ob der Stadtrat dem zustimmt."

Genau das ist aber eher nicht zu erwarten. Viele Fraktionen haben sich bereits gegen den Schließungsplan ausgesprochen. Faber wollte damit im 100-Millionen-Euro-Kulturetat der Stadt perspektivisch 800000 Euro sparen. So viel kostet der Unterhalt des Museums jedes Jahr.

Seit Bekanntwerden der Schließungsabsicht schlägt dem Museum eine Welle der Sympathie entgegen. Im Oktober zählte es 5000 Besucher, 2000 mehr als gewöhnlich. 11000 Leipziger haben eine Besucherpetition unterzeichnet und fordern darin, die geplante Schließung zurückzunehmen. Die Stadt hat jedoch schon Fakten geschaffen. Sie setzte den einzigen Präparator vor die Tür und gefährdet damit auch die Schätze der ersten deutschen Tiefsee-Expedition mit der "Valdivia".

"Eine Forderung der Petitionsunterzeichner ist die unverzügliche Wiedereinstellung des zoologischen Präparators", sagte der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums, Michael Hardt. Für ihn riecht das Ganze nach einem Skandal. "Es kann doch nicht sein", so Hardt, "dass sich die Stadt den Wiederaufbau der zusammen gebrochenen Präparationswerkstatt mit zirka 40000 Euro aus dem Konjunkturpaket bezahlen lässt, dann aber die Werkstatt ewig leer steht und nicht für den geförderten Zweck genutzt wird."

Bereits Ende Oktober war der Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Präparator, einem von neun Museumsmitarbeitern, ausgelaufen und nicht verlängert worden. In den nächsten Monaten sollte er Flüssigkeitspräparate aufarbeiten, die in einen bedenklichen Zustand geraten sind. Darunter Schätze von unersetzbarem Wert, etwa von der ersten deutschen Tiefsee-Expedition mit dem Forschungsschiff "Valdivia". 1898/99 hatten deutsche Wissenschaftler erstmals in den Tiefen des Atlantischen und Indischen Ozeans Organismen, darunter viele bis dahin unbekannte Tierarten, eingesammelt. Sie waren extra auf vier deutsche Museen verteilt worden, damit nicht alle verloren gehen, falls ein Museum durch eine Katastrophe zerstört wird. Eine der Sammlungsstätten ist Leipzig.

Faber will den Präparator nun offenbar in einem neuen Vertragsverhältnis weiter beschäftigen. "Wir haben nach einer Lösung gesucht", sagte er, "wir gehen davon aus, dass er in 2011 seine Arbeit fortsetzen wird." Klaus Staeubert

Klaus Staeubert

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