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Naturkundemuseum Leipzig – ein Umzug in die Baumwollspinnerei bleibt Favorit

Neue Schau und alte Sorgen Naturkundemuseum Leipzig – ein Umzug in die Baumwollspinnerei bleibt Favorit

Ruhig ist es ums Naturkundemuseum geworden. Dort bietet die Sonderschau „Tierische Impressionen“ einen Blick auf Malerei, Fotografien und Präparate. Hinter den Kulissen wird nach wie vor ein Umzug des Museums auf das Gelände der Baumwollspinnerei in Plagwitz favorisiert. Ein Grobkonzept gibt es schon. Eine im Stadtrat mehrfach verschobene Entscheidung steht aber aus.

Die Sonderschau „Tierische Impressionen“ bietet mit Malereien, Fotografien und Tierpräparaten drei Kunstformen im Naturkundemuseum. Über die Zukunft des Hauses ist nach wie vor nichts entschieden.
 

Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Die Natur mit anderen Augen sehen - das können Besucher derzeit mit Malereien, Fotografien und Präparaten bei der neuen Sonderschau „Tierische Impressionen“ im Naturkundemuseum am Leipziger Goerdelerring. Richtige Hingucker sind da die Naturfotografien von Knut Fischer, den besonders die Vögel faszinieren. Kranich, Seeadler, Eisvögel oder Bienenfresser, die in den Abbruchkanten der Kiesgruben brüten, lichtet er ab. Von diesen Fotos möchte man mehr sehen, was das seit Jahren beengte und mit Einschränkungen zugängliche Museum allerdings nicht bieten kann. Wie es mit dem Haus weitergeht, ist weiterhin ungeklärt. Die Stadtverwaltung favorisiert nach wie vor einen Umzug in die Halle 7 in der Baumwollspinnerei in Plagwitz. Im Frühsommer hat sie Stadträte zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen. Seitdem herrscht allerdings verdächtig viel Ruhe. Nicht viele sind offenbar mit dem Vorschlag glücklich. „Alle haben aber offenbar keine bessere Lösung“, sagt Annette Körner (Grüne), die Vorsitzende des Kulturausschusses.

Nach LVZ-Informationen ergaben die Untersuchungen, dass die alte Maschinenhalle für geeignet gehalten wird, um das Museum zu beherbergen – auch statisch gesehen. Die Halle ist den Leipzigern als Sitz von Bimbo Town bekannt. Sie ist groß genug, um das Museum sowie ein neues Theaterhaus für die Freie Szene unterzubringen, in dem das Leipziger Tanztheater sowie das Lofft eine neue Heimat finden könnten (die LVZ berichtete). Einem internen Papier zufolge würde beides mehr als 15 Millionen Euro kosten. Das Museum könnte im ersten Obergeschoss etwa 2000 Quadratmeter für Dauer- sowie Sonderschau, Museumspädagogik, Kassen und Garderobe sowie einen Veranstaltungsraum nutzen. Die Etage darüber wäre für Büros, die Werkstatt und Magazine vorgesehen, im Untergeschoss gibt es weitere Flächen für Depots mit und ohne Tageslicht. Ein Grobkonzept dafür wurde vom Architekturbüro Weis & Volkmann erstellt.

Laut Verwaltungsspitze ist der Freistaat Sachsen bereit, „erhebliche Fördermittel für die Sanierung des gesamten Gebäudes“ bereitzustellen. Dennoch klemmt es derzeit wohl am Geld. Eine erste Vorlage für den Stadtrat wurde zwar Ende Juli in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters vorgestellt. Doch die Baukosten sind offenbar noch immer zu hoch – nun soll um mindestens zwei Millionen Euro „abgespeckt“ werden. Wann Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos), der am Freitag für Nachfragen nicht zu erreichen war, dem Stadtrat seinen Vorschlag für die mehrfach verschobene Grundsatzentscheidung präsentiert, ist offen. Knut Fischer kann bis dahin wohl noch einige Vögel fotografieren. Kulturausschusschefin Annette Körner ist jedenfalls überzeugt: „Die Baumwollspinnerei ist die einzige Variante, wo Fördermittel fließen könnten.“ Und derzeit wohl die einzige Chance, bis 2020 ein modernes Museum in Leipzig aufzubauen. Nach wie vor auf dem Tisch ist auch ein Verbleib im bisherigen Domizil, was aber ausgebaut werden müsste. Da spricht sich das Kulturdezernat für eine Minimalvariante aus. Für eine Erweiterung der Flächen, wie dringend erforderlich, ist kein Geld da. Im Ausschuss ist das Naturkundemuseum daher regelmäßig Thema – Ergebnis offen.

Von Mathias Orbeck

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