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Naturkundemuseum: Mit leichten Korrekturen auf Kurs in die Spinnerei

Stadtrat entscheidet über Zukunftskonzept Naturkundemuseum: Mit leichten Korrekturen auf Kurs in die Spinnerei

Am Mittwoch steht eine langerwartete Entscheidung an: die Zukunft des Naturkundemuseum. Der Stadtrat muss entscheiden, ob das Museum in eine alte Fabrikhalle auf dem Areal der Baumwollspinnerei umzieht. In den Fraktionen ist das nach wie vor umstritten. Die versuchen nun, wenigstens ein paar kleine Korrekturen durchzudrücken.

Wird die alte Fabrikhalle das künftige Naturkundemuseum? Diese Entscheidung muss der Stadtrat am Mittwoch fällen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Ausgangslage: Die Freie Theaterszene mit Tanztheater und Lofft sowie das Naturkundemuseum sollen in der Spinnerei-Halle 7 unter ein Dach. Die Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft geht als Bauherrin davon aus, dass die Sanierung der Immobilie sowie ihr Ausbau für Theaterzwecke etwa 18 Monate dauert. Veranschlagte Kosten: 11,75 Millionen Euro, ein Großteil ist durch vom Freistaat Sachsen zugesagte Fördermittel finanziert. Anschließend ist der Ausbau der Ausstellungs- und Depoträume fürs Naturkundemuseum dran, das bis 2020 in dem neuen Domizil öffnen könnte.

Vorgesehen ist, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sowie Räume im Keller für Ausstellungen, die Museumspädagogik und Depots, Werkstätten, Büros und Veranstaltungen auszubauen (die LVZ berichtete). Details bleiben jedoch unklar, es gibt keinerlei Museumskonzeption, lediglich grobe Vorplanungen. Inhalte spielen – ohne Museumsdirektor – derzeit keine Rolle. Die SPD und die Linken möchten, dass diese Konzeption dem Stadtrat bis spätestens März 2017 vorgelegt wird. Die Grünen verlangen, dass im kommenden Jahr auch ein Planungsbeschluss erfolgt.

Wichtig ist den Fraktionen eine verbesserte Anbindung des Spinnerei-Areals an den öffentlichen Personennahverkehr. Prognostiziert werden fürs Museum 140 000 Besucher pro Jahr. Die sind aber nur zu erwarten, wenn sie mit Bus oder Bahn möglichst dicht an die Halle 7 herankommen. Deshalb fordert die Partei Die Linke eine Direktverbindung von der Innenstadt bis zu einer Haltestelle, die maximal 300 Meter vom künftigen Museum entfernt liegt. Dies soll im neuen Nahverkehrsplan so festgeschrieben werden. Die SPD favorisiert eine veränderte Linienführung der Buslinie 60 direkt zur Halle sowie eine weitere – südliche – Wegeverbindung zum S-Bahnhof Plagwitz. Den Grünen schwebt hingegen eine Verlängerung der Linie 14 bis zur Spinnerei und dem Lindenauer Hafen vor.

Gestritten wird außerdem darum, ob das jetzige Haus verkauft wird – und wenn ja zu welchem Zeitpunkt – oder ob es nur verpachtet wird. Die Grünen möchten, dass die Liegenschaft Lortzingstraße erst nach einem Umzug zur Verwertung ausgeschrieben wird. Die CDU sieht das völlig anders. Weil die Immobilie in einem „hochgradig sanierungsbedürftigen Zu-stand“ ist, soll sie veräußert werden und der Erlös in den Ausbau des neuen Standortes fließen. Zur Nachnutzung als Kita, Schule oder Asylbewerberheim sei das jetzige Museumshaus ohnehin nicht geeignet, heißt es. Befürchtet wird in der CDU-Fraktion, dass Linke, SPD oder Grüne einen zusätzlichen, teuren Kulturstandort in der City etablieren wollen.

Die AfD lehnt einen Umzug des Museums generell ab. Sie fordert einen Ausbau der Institution am jetzigen Standort am Goerdelerring. Die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses ist der Verwaltung aber zu teuer, weil zusätzlich ein Anbau für Sonderausstellungen, Depots und Veranstaltungsräume notwendig wäre. Die Mitglieder des Fördervereins Naturkundemuseum halten auch am jetzigen Standort Lortzingstraße 3 fest. Ihr Vorschlag: Das Gebäude wird als Ausstellungshaus saniert. Um einen Anbau zu vermeiden, könnten Werkstätten und ein Teil des Fundus in die Halle 7 der Spinnerei verlagert werden.

Die Januar-Tagung des Stadtrates im Neuen Rathaus beginnt morgen 14 Uhr. Zunächst steht eine aktuelle Stunde zu den Krawallen am
12. Dezember 2015 in der Südvorstadt an.

Von Mathias Orbeck

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