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Lokales Neben dem Leipziger Leuschnerplatz sind Grundschule und Kita geplant
Leipzig Lokales Neben dem Leipziger Leuschnerplatz sind Grundschule und Kita geplant
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Der Wilhelm-Leuschner-Platz im Zentrum Leipzigs. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

Zwar will die Stadtverwaltung erst im September verkünden, wie es mit der Bebauungsplanung für den Wilhelm-Leuschner-Platz weitergeht. Doch unmittelbar neben der fünf Hektar großen Brache vollziehen sich jetzt bereits mindestens ebenso spannende Entwicklungen. Mancher wird vielleicht schon gehört haben, dass die Grünfläche zwischen der Leplay- und Brüderstraße in diesem Sommer auf den Namen Addis-Abeba-Platz getauft werden soll. Ganz neu ist jedoch, was Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) jetzt auf LVZ-Anfrage bestätigte. "Wir prüfen zurzeit ohne Denkverbote Flächen, die für neue Schulstandorte in Frage kommen können", sagte er. "Dazu gehört auch diese Fläche, die möglicherweise für eine Grundschule geeignet ist."

Die Kommune greift damit eine Forderung vor allem von Linken und Grünen auf. Deren Ratsfraktionen setzten sich wiederholt dafür ein, Kitas und Schulen in oder direkt neben der City zu schaffen. Schließlich würden dort auch Tausende Eltern arbeiten oder wohnen. Ob Höfe am Brühl, Matthäikirchhof, Hainspitze oder die Brachfläche vom früheren Deutrichs Hof in der Reichsstraße - bislang liefen jedoch alle Vorschläge ins Leere. Mit dem Addis-Abeba-Platz könnte sich das Blatt nun wenden. Schließlich gehört dieses Grundstück der Stadt. Es ist durch Straßenbahnen und City-Tunnel bestens angebunden, von gleich zwei Turnhallen sowie einer Kita des Studentenwerks umgeben.

Die Idee, den hinteren Teil des Addis-Abeba-Platzes mit einer Schule zu bebauen, stammte übrigens vom Leipziger Architekten Thomas Hille (Büro KLM). Vor vier Monaten hatte die LVZ seinen Entwurf dafür vorgestellt. Laut Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach bleibt der kleine Park im vorderen Teil - an der Grünewaldstraße - auf jeden Fall erhalten. Bis zu den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war das ganze Viertel sehr dicht bebaut.

Gleiches gilt für die andere Seite des Leuschnerplatzes, wo am 9. Mai die neue Propsteikirche geweiht wurde. Zwischen dem Glockenturm und dem Gebäude von HL-Komm könnte sich bald ein Sechsgeschosser dazugesellen. Aus Sicht der Stadtplaner reagiert dieses Projekt ideal auf die Herausforderungen des starken Einwohnerwachstums. Das katholische St. Elisabeth-Krankenhaus, dem die Fläche gehört, möchte dort eine Kita mit 126 Plätzen schaffen.

Es wäre der erste Kita-Neubau in Leipzig, der nicht flach, sondern als Teil eines Hauses mit innenstadttypischer Höhe entsteht. Mehr als zehn Millionen Euro sind dafür veranschlagt, so Krankenhaus-Geschäftsführer Albrecht Graf Adelmann. Später könnten noch ein Pflegeheim oder betreutes Wohnen auf dem Ostteil des Grundstücks - am Peterssteinweg - dazukommen. "Absolute Priorität hat aber die Kita. Damit steht und fällt alles. Wir sehen uns nicht als Investoren." Entscheidend seien der soziale Anspruch der Kirche und der Wunsch der Propsteigemeinde nach einer konfessionell geprägten Kita in der Nachbarschaft.

Dies bekräftigt Propst Gregor Giele: "In der Gemeinde wird schon über Kooperationsformen nachgedacht. Ich habe gerade drei Taufgespräche an einem Tag geführt und freue mich als ausgemachter Junggeselle besonders darauf, hier bald viel Kinderlärm zu hören."

Die beiden unteren der sechs Geschosse sind für den Nachwuchs reserviert, darüber Büros, Praxen und Wohnungen geplant, erläutert Graf Adelmann. Der Entwurf der Architekten Ulrich Seelig und Ingo Andreas Wolf habe erfolgreich das städtische Gestaltungsforum passiert. Für den Lärmschutz wurden mit dem Gesundheitsamt Lösungen gefunden. Im Hof entsteht ein 1700 Quadratmeter großer Spielgarten.

Zum baldigen Baustart fehle nur noch eine Genehmigung des Jugendamtes. Dort sagt Fachfrau Petra Lewandowski: "Die Plätze stehen ab dem Jahr 2017 im Kita-Bedarfsplan. Ich bin mir sicher, das Haus wird rechtzeitig öffnen können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015

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