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Lokales Nach Neonazi-Krawallen: 26-jähriger Rechtsreferendar verurteilt
Leipzig Lokales Nach Neonazi-Krawallen: 26-jähriger Rechtsreferendar verurteilt
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20:03 28.11.2018
Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Leipzig

Wegen seiner Beteiligung an den Neonazi-Krawallen von Leipzig-Connewitz Anfang 2016 drohen einem angehenden Juristen berufliche Konsequenzen. Der 26-Jährige wurde am Mittwoch zusammen mit einem ein Jahr jüngeren Mitangeklagten wegen schweren Landfriedensbruchs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, wie ein Sprecher des Leipziger Amtsgerichts auf Anfrage sagte. Demnach waren beide Angeklagte geständig. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der 26-Jährige ist nach Angaben des Sprechers seit dem 1. November Rechtsreferendar am Landgericht Chemnitz. Laut der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen in Sachsen wird Bewerbern für den juristischen Vorbereitungsdienst die Aufnahme versagt, wenn sie wegen einer vorsätzlich begangenen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechtskräftig verurteilt werden. Demnach kann die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst zudem jederzeit widerrufen werden.

Connewitz-Prozesse: Bislang zehn Angeklagte verurteilt

Das Verfahren am Mittwoch war der fünfte von insgesamt 92 Prozessen am Leipziger Amtsgericht zu den Krawallen. Aus verfahrenstechnischen Gründen stehen in der Regel jeweils zwei Angeklagte gemeinsam vor dem Richter. Bislang wurden insgesamt zehn Angeklagte verurteilt, davon acht zu Bewährungsstrafen. Weitere Verfahren wurden an Amtsgerichte in der Umgebung abgegeben.

Die Angeklagten sollen am Abend des 11. Januar 2016 laut Anklage in einer Gruppe von rund 250 bis 300 schwarz gekleideten, vermummten Randalierern durch den linksgeprägten Leipziger Stadtteil Connewitz gezogen sein. Bewaffnet mit Eisenstangen, Schlagstöcken und Holzlatten demolierten sie insgesamt 25 Geschäfte, Bars und andere Einrichtungen. Böller und Leuchtraketen wurden gezündet, ein Dachstuhl geriet in Brand. Laut Leipziger Staatsanwaltschaft entstand ein Sachschaden von rund 113.000 Euro. Die Polizei nahm 215 Tatverdächtige fest.

Von RND/epd

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