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Lokales Neonazis marschieren wieder in Leipzig-Schönefeld – Flüchtlinge beziehen Notunterkunft
Leipzig Lokales Neonazis marschieren wieder in Leipzig-Schönefeld – Flüchtlinge beziehen Notunterkunft
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16:27 03.12.2013
NPD-Anhänger bei einer Kundgebung in Grimma. (Archivfoto) Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Unter dem Motto „Kinderschutz vor Asylrecht“ will der braune Mob offenbar Ängste bei den Schönefelder Anwohnern schüren und diese gegen die Asylsuchenden aufbringen.  

Der Naziaufmarsch findet nur wenige Tage nach dem ersten Einzug von Flüchtlingen in das Gebäude des ehemaligen Fechner-Gymnasiums in der Löbauer Straße statt. Am Mittwoch sollen die ersten 30 Neu-Schönefelder ihre auf maximal vier Monate begrenzte Notunterkunft beziehen. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, handele es sich bei den Flüchtlingen um eine sechsköpfige Familie aus Mazedonien, eine sechsköpfige Familie aus Afghanistan, eine fünfköpfige Familie aus Palästina, eine fünfköpfige Familie aus Georgien sowie um acht alleinstehende Personen aus Syrien.

Einzug unter Polizeischutz

Der Einzug soll unter großem Polizeischutz stattfinden. Willkommen geheißen werden die Flüchtlinge am Mittwoch unter anderem auch vom Leipziger Bündnis „Refugees welcome“, das vor der Schule eine Mahnwache abhalten wird. Weitere Flüchtlinge sollen am 11. und am 18. Dezember in Schönefeld ankommen.

Auch am Samstag muss mit umfangreichen Protesten gegen die ausländerfeindliche Aktion der NPD gerechnet werden. „Das Vorgehen der NPD ist unsäglich und menschenverachtend. Die Partei schürt offensiv Hass gegen Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und anderen Notlagen aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten“, erklärte Linken-Stadträtin Juliane Nagel am Dienstag. 

NPD erwartet 150 Teilnehmer bei Demo

Der NPD-Aufzug soll von 12 bis 17 Uhr stattfinden. Wie das Ordnungsamt auf Anfrage von LVZ-Online mitteilte, rechnen die Anmelder mit rund 150 Teilnehmern. "Zu der geplanten Route können seitens der Versammlungsbehörde derzeit noch keine verbindlichen Aussagen getroffen werden", sagte Ordnungsamts-Chef Helmut Loris am Dienstag. Ein Kooperationsgespräch mit dem Veranstalter sei für Mittwoch anberaumt worden.

Im ehemaligen Fechner-Gymnasium wird ein Notquartiert für Flüchtlinge eingerichtet. Quelle: Dirk Knofe

Bereits Mitte November hatten sich gut 500 Menschen vom Bündnis „Leipzig nimmt Platz“ gegen einen NPD-Aufmarsch im Stadtteil gewehrt. Zuvor hatte die Stadtverwaltung angekündigt, etwa 120 Flüchtlinge vorübergehend im Fechner-Gymnasium unterbringen zu wollen. Im Frühjahr 2014 sollen die Flüchtlinge dann in Wohnhäuser in der Markranstädter Straße 16/18 und in der Pittlerstraße 5/7 umziehen. Das Gebäude in der Löbauer Straße in Schönefeld ist seit dem Auszug des Schulbetriebs 2005 ungenutzt.

Matthias Puppe

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