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Nester bauen und Zufütterung: Was Igelkindern das Leben erleichtert

Nester bauen und Zufütterung: Was Igelkindern das Leben erleichtert

Die Igelbabys, die meist im August bis Anfang September geboren wurden, entdecken in diesen Tagen die Welt. Die Menschen können einiges tun, um ihnen den Start ins Leben zu erleichtern.

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Igel lieben Laub im Garten. Es bietet ihnen zum Schutz und dient als Schlafplatz. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Quelle: dpa

Leipzig. Igel sind nachtaktive Insektenfresser. In den Abend- und Nachtstunden führt die Igelin ihre Kinder durchs Revier und lehrt sie alles, was ein Stachelritter fürs Leben braucht. Tagsüber schläft die Mutter meist in einem Zweitnest, da sie nicht mehr rund um die Uhr beim Nachwuchs bleiben muss. Diese Zeit nutzen die Igelkinder gern, um selbst auf Entdeckungstour zu gehen oder bei einem Sonnenbad Wärme zu tanken. Die kommenden spätsommerliche Septembertage bieten dafür ideale Bedingungen.

Meist gehen die Jungigel von selbst ins Nest zurück oder werden von der Mutter geholt. Tagaktive Igelkinder sind also nicht automatisch verwaist oder mutterlos. Begegnet man einem solch kleinen Igel, sollte man nicht sofort zugreifen und eine vermeintliche Rettungsaktion starten, sondern die Situation zwei bis drei Stunden in Ruhe und mit Abstand beobachten. Einmal mit der Hand angefasst, besteht das Risiko, dass die Mutter ihren Nachwuchs nicht wieder annimmt. Hilfsbedürftig sind die Kleinen nur dann, wenn sie stundenlang apathisch und regungslos vor Ort verbleiben, von Fliegen umschwirrt werden und mit Fliegeneiern besetzt sind.

Igeln im Herbst zu helfen heißt hauptsächlich: Unterschlupf und Nestbaumöglichkeiten anbieten, wertvolles Nistmaterial nicht beseitigen, sondern im Revier belassen. Gern angenommene Nestplätze und Überwinterungsquartiere sind Kompost-, Laub- und Reisighaufen, Holz- und Bretterstapel und natürliche Verstecke wie breite Hecken, Gebüsch und bodendeckende Vegetation. Zum Bau eines wind- und wetterfesten dichten Winterschlafnestes wird reichlich Herbstlaub benötigt.

Eine Laubschicht auf Beeten oder ein aufgehäufelter Haufen beherbergt auch eine Unmenge an Nahrungstieren für den stacheligen Gartenbewohner. Eine Zufütterung im Herbst kann, wenn sie sinnvoll und tiergerecht durchgeführt ist, eine große Hilfe sein.

Der Einsatz von Laubsaugern, elektrisch betriebenen Heckenscheren und Tellersensen erleichtert den Zweibeinern zwar die Arbeit, birgt aber zahlreiche Gefahren für die am Boden lebenden Kleinsäuger. Ist der Einsatz dieser Geräte wirklich unvermeidbar, sollte er nur mit größter Vorsicht erfolgen, wenn sich im Laubhaufen oder unter der Hecke keine "Igelwohnung" befindet.

Beim traditionellen "Herbst im Igelschutzzentrum Leipzig" erhalten Sie umfangreiche Informationen zu den stacheligen Untermietern. Igel- und Naturfreunde sind eingeladen, uns am 20. September zwischen 14 und 17 Uhr in der Hornstraße 9, 04249 Leipzig, zu besuchen und Bekanntschaft mit dem nützlichen und allseits beliebten Gesellen zu schließen.

Gudrun Natschke ist Leiterin des Igelschutzzentrums Leipzig

Telefon 0341 4247662, www.pro-igel.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2014

Gudrun Natschke

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