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Lokales Neu gegründete Syrienhilfe Leipzig will der Bevölkerung mit Lebensmitteln helfen
Leipzig Lokales Neu gegründete Syrienhilfe Leipzig will der Bevölkerung mit Lebensmitteln helfen
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23:59 27.05.2014
Die neu gegründete Syrienhilfe Leipzig will der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Medizikamenten helfen. (Symbolbild) Quelle: dpa

An der Spitze des neuen Vereins steht Leipzigs Chef des Migrantenbeirates, Hassan Zeinel Abidine.

"Es hat ein Weilchen gebraucht, die Weichen - gerade auch direkt nach Syrien - zu stellen. Jetzt können wir die Arbeit aufnehmen. In erster Linie wollen wir, alle Vorurteile und Konflikte zwischen den einzelnen Parteien außen vor lassend, die Zivilbevölkerung unterstützen. Zumindest in den uns zugängigen Regionen", sagt Zeinel Abidine. So sei es auch explizit in der Satzung formuliert.

Für den Posten des Vorsitzenden ist er wohl prädestiniert: Der 74-Jährige ist selbst gebürtiger Syrer, wenngleich schon fast 40 Jahre in Leipzig verwurzelt. Einige Verwandte leben noch in der Heimat. Über das Elend, das der dort seit drei Jahren wütende Bürgerkrieg anrichtete, nicht zuletzt in Zeinel Abidines Geburtsstadt Homs, ist er einigermaßen im Bilde. Auch, wenn der Kontakt zuletzt spärlich war. "Über neun Millionen Menschen sind derzeit im Inland und den Grenzregionen auf der Flucht", so der Wahl-Leipziger. "Ich konnte kürzlich mal mit meiner Nichte in Aleppo skypen. Sie ist Lehrerin, doch momentan daheim, weil die Schulen zu sind. Sie hat zwei Kinder und lebt allein, es mangelt akut an Trinkwasser. Eine der vorgeblich oppositionellen Gruppen hatte die Hauptwasserleitungen gesprengt.

Eine 1,5-Liter-Flasche ist derzeit wenn, dann nur auf dem Schwarzmarkt und nicht unter einem Euro zu haben - was für dortige Verhältnisse kaum leistbar ist", erzählt er. Besonders hart habe es ihn getroffen, als er bei der Gelegenheit erfuhr, dass seine ältere Schwester bereits vor zwei Monaten gestorben ist. "Ich habe es einfach nicht früher erfahren können!", ringt er um Fassung.

Konkret verfolge der neue Verein in Leipzig jetzt drei Ziele: Unterstützung der Lebensmittelversorgung der Zivilbevölkerung ("wir haben direkte Verbindungen aufgebaut, so dass alles auch zu wirklich Bedürftigen kommt"), Auftreiben von Medikamenten und gespendetem medizinischen Gerät ("wir arbeiten inzwischen vor Ort mit einigen syrischen Ärzten gut zusammen"). Nicht zuletzt wolle man nach Möglichkeit auch schauen, ob noch etwas für die Bewahrung des bereits so vielfach zerstörten, kulturellen Welterbes in Syrien getan werden kann, so Zeinel Abidine.

Aktuell prüfe der Verein überdies Lagermöglichkeiten für die Sammlung diverser Kleiderspenden, mit denen die Versorgung der Bevölkerung ebenfalls unterstützt werden soll. "Und natürlich möchten wir ia auch in Leipzig selbst syrischen Flüchtlingen beistehen", so der Vereinschef, der mit seinen Mitstreitern - von acht bei der Gründung sind es bereits 20 und "erfreulicherweise viele junge Leute" - jetzt bereits eine erste, große Benefizveranstaltung vorbereitet.

Nähere Auskünfte bei Hassan Zeinel Abidine unter Tel. 0171 6494746. Das Spendenkonto der Syrienhilfe Leipzig e.V. bei der Leipziger Volksbank lautet: IBAN DE39 8609 5604 0307 1761 73, BIC GENODEF1LVB

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2014

Angelika Raulien

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