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Lokales Neu konzipierte Dauerschau öffnet am 5. November
Leipzig Lokales Neu konzipierte Dauerschau öffnet am 5. November
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10:03 12.10.2018
Das Thema Freiheit wird in der neuen Dauerschau des Zeitgeschichtlichen Forums – hier beim Aufbau mit Direktor Jürgen Reiche – eine zentrale Rolle spielen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Mehr Geschichte, starke Objekte, eine optimierte Vermittlung – das Zeitgeschichtliche Forum in der Grimmaischen Straße 6 gestaltet seine Dauerschau derzeit völlig neu. Die ersten „Hingucker“ haben ihren Platz in der Ausstellung gefunden, die am 5. November eröffnet wird. In der Serie „Forum im Aufbruch“ stellt die LVZ einige vor. Heute: die Freiheit als Installation.

„FREI“ – auf diese Wortskulptur von Hyssein Arda geht der Besucher zu. Auf die „HEIT“ kann er sich sogar setzen. Spielerisch wie bei einer Installation verweist das Zeitgeschichtliche Forum auf die Freiheit, die zu den zentralen Werten unserer Gesellschaft gehört. Die aber auch durch jeden Einzelnen unterschiedlich interpretiert werden kann. „Wir schaffen eine Situation, die Denken und Nachdenken provoziert“, sagt Jürgen Reiche, der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums.

Schau zeigt Entwicklung in Deutschland seit 1945

Auf größerer Fläche wird sich die völlig neu konzipierte Schau, in die neueste Forschungsergebnisse einfließen, nach wie vor mit Diktatur und Demokratie in Deutschland nach 1945 sowie der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung beschäftigen. Aber es geht eben auch um die Zeit danach – nach 28 Jahren im vereinten Deutschland werden aus vielfältigen Blickwinkeln die gravierenden Veränderungen dieser Zeit sowie die Erfolge und Schwierigkeiten des Zusammenwachsens beleuchtet.

Viele Objekte erzählen Geschichte(n)

Etwa 2000 dreidimensionale Objekte, Fotos, Dokumente und audiovisuelle Medien veranschaulichen politische Ereignisse und Zäsuren. Der interessierte Besucher trifft ebenso auf den Tisch des Politbüros der SED, auf einen Reichsadler aus Sandstein, eine Lenin-Statue, auf Teile des Zauns der Prager Botschaft, auf ein vier Meter großes Gemälde mit Schülern und Lehrern, auf eine Stanzmaschine für Parteiabzeichen und vieles mehr. Diese Objekte erzählen allesamt Geschichte(n). Generell soll der Alltag der Menschen mehr in den Blickpunkt gerückt werden. Was gab es im Konsum zu kaufen, was im Exquisit-Laden...?

Zeitzeugen kommen zu Wort

„Es gibt immer weniger Menschen, die eigene Erfahrungen mit der DDR einbringen, wenn sie unser Haus besuchen. Gerade junge Leute kennen die Geschichte der DDR nur aus Büchern und vom Hörensagen“, betont Reiche. Wichtig sei, die Lebensleistungen von Menschen, die in der DDR gelebt haben und auch ihre Nischen gefunden haben, nicht zu entwerten. Aber eben auch schonungslos über ihr Leben unter den Bedingungen der SED-Diktatur zu informieren. Zahlreiche Zeitzeugenberichte machen alles emotional erlebbar. Wichtig sei ihm, sagt der Direktor, die individuellen Erfahrungen und unterschiedlichsten Perspektiven einfließen zu lassen, auch mit Zwischentönen.

Schau lädt auf Bühne zum Diskutieren

Dabei steht die Freiheit als Leitgedanke über allem. „Für ein offenes Land mit freien Menschen“ haben die Bürgerrechtler auf Transparenten bei der Friedlichen Revolution demonstriert. Dies wurde auch als Motto der neuen Präsentation gewählt. Wie gehen wir heute und damals mit Freiheit um? „Freiheit zu haben, ist für die meisten eine Lust, für andere kann es aber eine Last sein“, weiß Reiche. Für viele sei es eben nicht unproblematisch gewesen, in einer freien Gesellschaft zu leben, nachdem der Staat vorher alles reglementiert hat.

Die Schau lädt ein zum Diskutieren. So öffnet sie sich mit einer Bühne, die „immer wieder durch Veranstaltungen und Gespräche belebt“ werden soll. „Dadurch hat das Wort ,Forum’ für mich endlich eine bildliche Umsetzung erfahren“, so Reiche. Es wird auch eine Rundumprojektion geben, in der Menschen zu Wort kommen, die sich zu Themen wie „Was würde ich in Deutschland anders machen?“ oder „Was bedeutet für mich Freiheit heute?“ äußern.

Foyer wird ebenfalls erneuert

Treppenhaus und Foyer des Forums werden ebenfalls erneuert. Die Kosten von vier Millionen Euro stammen aus Sondermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Offizielle Eröffnung ist am 5. November, 19 Uhr. Ab 6. November ist die Ausstellung für alle zugänglich. Das Forum ist mit den Sonderausstellungen „Alles nach Plan? Formgestaltung in der DDR“ (bis 14. Oktober) sowie „Aufbruch im Osten“ auch beim Umbau geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Mathias Orbeck

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