Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Neue Bäche für Leipzigs Nordwestaue - doch reicht das für "lebendige Luppe"?
Leipzig Lokales Neue Bäche für Leipzigs Nordwestaue - doch reicht das für "lebendige Luppe"?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 29.10.2014

Seit dem Bau des Flutkanals "Neue Luppe" in den 1930er Jahren trocknet das Areal immer mehr aus. Beweis dafür sind beispielsweise die Baumarten. So verdrängt der Berg- und Spitzahorn immer mehr auentypische Bäume wie etwa Stieleiche und Ulme. Um gegenzusteuern, muss wieder mehr Wasser in die Aue.

Daher sollen nun Altläufe südlich der Neuen Luppe revitalisiert werden - auf einer Fließstrecke von nahezu 16 Kilometern. Dabei wird das Wasser im Bereich der Kleinen Luppe und Nahle entnommen. "Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung einer aktiven, die biologische Vielfalt fördernden Lebensader, die der Stadt Lebensqualität verschafft", betont Rosenthal, der das Projekt gestern auf einer Radtour Medienvertretern vorstellte.

Zur Galerie
Leipzig. Wie kann die Artenvielfalt in der Nordwestaue erhalten und verbessert werden? Darüber streiten derzeit Stadt und Naturschutzverbände. Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) setzt bei der Revitalisierung des Auwaldes auf das Projekt "Lebendige Luppe". Er stellte das Projekt jetzt auf einer Radtour Medienvertretern vor.
Das Vorhaben (Kosten: zehn Millionen Euro) wird voraussichtlich bis 2025 in vier Abschnitten realisiert. Dabei geht es um die Gewässerentwicklung von der Einleitung bis zur Mündung in den Burgauenbach (zirka vier Kilometer Fließstrecke), die Renaturierung des Bauerngrabens bis zur Waldspitze (zwei Kilometer), die Wiederherstellung der Heuwegluppe von der Waldspitze bis zur Mündung in die Alte/Neue Luppe (fünf Kilometer) sowie die Revitalisierung des ehemaligen Zschampertbetts von der Mündung in die Alte Luppe bis ins Luppewildbett (4,5 Kilometer). Rosenthal ist besonders stolz, dass das Projekt "Lebendige Luppe" durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wird.

Umweltverbände halten es aber "für unnötig aufwendig und nicht zielführend". So jedenfalls heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Nabu-Regionalverband Leipzig, Umweltbund Ökolöwe sowie dem Verein Nukla. "Um der fortschreitenden Austrocknung des Auwaldes entgegenzuwirken, müssen vor allem die Gewässersohle von Neuer Luppe und Nahle und damit das Grundwasser deutlich angehoben werden", fordern sie. Außerdem halten die Verbände jährliche Überflutungen für notwendig. Ohne Anpassungen der Steuerungen des Leipziger Gewässerknotens - des sogenannten Integrierten Gewässerkonzepts und des Hochwasserschutzregimes in der Nordwestaue - werde es keine spürbaren Verbesserungen für die Aue geben. Sie fordern einen Dialog.

Laut Rosenthal gebe es aber regelmäßige Treffen. "Unkontrollierte Überflutungen sind nicht zielführend. Es gibt ja auch schützenswerte Arten wie Amphibien", nennt er ein Beispiel. Durch die neuen Bäche werde die Verbindung zum Grundwasserspiegel wiederhergestellt - mit positiven Folgen für die Artenvielfalt.

Wie das funktioniert, werden Wissenschaftler von Universität Leipzig und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung untersuchen. "Auf 42 Flächen haben wir den Status quo ermittelt, werden die Veränderungen registrieren", so Biologin Carolin Seele. Der Bürgermeister verweist darauf, dass der Auwald kein Urwald sei. "Die Bürger nutzen unseren grünen Gürtel. Der Auwald hat auch eine Erholungsfunktion." Ganz abgesehen vom Hochwasserschutz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.10.2014

Orbeck, Mathias

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sind die Schriftstücke verständlich formuliert? Wie lange mussten Sie warten? Was halten Sie von den Öffnungszeiten? Auf derartige Fragen zu Service, Sachkompetenz und Freundlichkeit antworteten 840 Bürger bei einer Aktion am Leipziger Amtsgericht.

29.10.2014

Leipzig.Martin Hundertmark entstammt einer Dynastie: Ur-Großvater, beide Großväter, Vater - alle Pfarrer. Der Sohn des 43-Jährigen, der morgen in die zweite Pfarrstelle der Kirchgemeinde St.

29.10.2014

Es ist ein Gerät, von dem vor Ort viele lange träumten; das dann viele Nerven kostete, und das letztlich zig Kräfte zusammenführte und jetzt alle stolz macht: ein sogenannter Lokomotionstrainer der Firma Woodway.

29.10.2014
Anzeige