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Lokales Neue Bahntechnik streikt: Defekte bremsen Talent-Züge zwischen Leipzig und Halle aus
Leipzig Lokales Neue Bahntechnik streikt: Defekte bremsen Talent-Züge zwischen Leipzig und Halle aus
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17:56 02.09.2013
Die Bahn kommt - aber zwischen Leipzig und Halle nicht immer pünktlich. Die neuen Talent-2-Züge haben zwei Wochen nach dem Probestart noch mit diversen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Halle

Wie die Deutsche Bahn am Montag auf Anfrage von LVZ-Online bestätigte, hätten die für mehr als 200 Millionen Euro angeschafften Talent-2-Fahrzeuge rund zwei Wochen nach dem Start des Probebetriebs noch mit diversen technischen Problemen zu kämpfen.

„Kinderkrankheiten“ nennt Bahnsprecher Jörg Bönisch die Havarien bei den neuen Wagen des Herstellers Bombardier, die künftig auch durch den City-Tunnel rollen sollen. Die silbergrauen Talent-2-Züge ersetzen seit 18. August testweise die alten Doppelstockwagen auf der Regionalexpress-Linie (RE) 5, die stündlich vom Leipziger Hauptbahnhof über die Neue Messe sowie den Flughafen nach Halle und wieder zurück verkehrt. Für die Fahrgäste war die Probephase in den ersten 14 Tagen jedoch mit Behinderungen verbunden.

Fahrgastverband Pro Bahn übt Kritik

So fiel am 25. August ein RE 5 von Leipzig nach Halle aus – laut Auskunft an die Reisenden im Bahnhof streikte die Antriebstechnik. Es kam zu einer einstündigen Verspätung. Am 28. August konnte ein Zug nicht starten, weil sich die Trittbretter an den Türen nicht mehr einfahren ließen. Bönisch berichtete weiterhin von Ausfällen bei der Funktechnik sowie klemmenden Türen. Einige Kunden hätten sich zudem über zu kalt eingestellte Klimaanlagen beschwert. „Daran arbeiten wir“, versicherte der Sprecher. Die Züge würden in der DB-Regio-Werkstatt in Halle, in der Bombardier Fachpersonal bereit hält, durchgecheckt und gegebenenfalls repariert.

Der Fahrgastverband Pro Bahn appellierte an die Betreiber, die Probleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen. „Für die Kunden ist jeder Ausfall ärgerlich. Viele Tests hätten auch schon mit leeren Zügen durchgeführt werden können“, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Mitteldeutschland, Carsten Schulze, im Gespräch mit LVZ-Online. Insbesondere bei den Einstieghilfen sieht er noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. „Im Winter wird es erst richtig spannend, wenn sich dort Split verkantet oder Eis und Schnee liegen bleiben.“

Bahn: Kunden haben keinen „Anspruch“ auf neue Talent-2-Züge

Bei dem Einsatz der neuen Talent-2-Züge handelt es sich laut Bahn derzeit um einen sogenannten Vorlaufbetrieb. „Es besteht kein Anspruch darauf, dass die neuen Züge auf dieser Strecke fahren“, betonte Bönisch. Ziel des Tests sei es, potenzielle Schwachstellen bei den Fahrzeugen festzustellen, „damit alles reibungslos funktioniert, wenn wir im Dezember mit dem neuen S-Bahn-Netz offiziell an den Start gehen“.

Bei einem Defekt wird momentan einer der anderen verfügbaren Talent-2-Züge oder alternativ ein Doppelstockwagen-Fahrzeug auf der betroffenen Linie eingesetzt. Als Alternative bei Ausfällen verwies Sprecher Bönisch auf die zwischen Leipzig und Halle fahrenden S-Bahnen. Dass die Kunden in der Testphase als Versuchskaninchen gelten, wollte der Sprecher so nicht stehen lassen. „Wir gehen davon aus, dass wir für gutes Geld auch gute Produkte gekauft haben“, sagte er.

Probebetrieb soll auf andere Strecken ausgeweitet werden

Insgesamt 21 von 51 bestellten Talent-2-Zügen hat die Bahn im Bereich Leipzig, Halle und Dresden bereits im Betrieb. Ein Großteil davon wird derzeit für Schulungen von Lokführern eingesetzt. Zwischen Leipzig und Halle pendelt die längste Variante des bis zu 160 Stundenkilometern schnellen Zugs, ein aus zwei Vierer-Einheiten zusammengekoppeltes Fahrzeug. Auch Dreier-Einheiten sollen ab 15. Dezember in Betrieb gehen, wenn die Züge mit dem Start des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes auch durch den Leipziger City-Tunnel rollen.

In den kommenden Monaten werde die Testphase auch auf weitere Bahnabschnitte des künftigen Netzes ausgeweitet, kündigte Bönisch bereits an. Welche Strecken probeweise mit Talent-2-Zügen bedient werden, ließ er noch offen. „Im Moment sind wir dazu in Gesprächen mit den zuständigen Zweckverbänden.“

Robert Nößler

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