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Lokales Neue Baustelle am Ring: Verkehrsbetriebe erneuern Gleiskurve
Leipzig Lokales Neue Baustelle am Ring: Verkehrsbetriebe erneuern Gleiskurve
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12:15 12.07.2018
Trubel an der Straßenbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof in Leipzig. (Archivbild) Quelle: Andre Kempner
Leipzig

„Es wird sehr, sehr eng werden“: Selten haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) so deutlich vor den Folgen einer Baumaßnahme gewarnt: Ab kommenden Montag wird die Gleiskurve auf der Westseite des Hauptbahnhofes vom Willy-Brandt-Platz zur Kurt-Schumacher-Straße erneuert. Der Ring wird westwärts vor dem Hauptbahnhof für zwei Wochen komplett gesperrt, der Verkehr weiträumig umgeleitet.

„Meiden sie den Hauptbahnhof“, bat am Donnerstag der zuständige Projektleiter der LVB René Rödel alle Autofahrer. Der Neubau der Gleiskurve werde erhebliche Auswirkungen auf den Fahrzeugverkehr haben, ist sich auch Verkehrsorganisator Matthias Lietze sicher. Letztlich sei der Bau deshalb auch in die verkehrsärmeren Sommerferien gelegt worden.

In zwei Phasen werden vor dem Hauptbahnhof, dem Herzstück des Leipziger Innenstadtrings, die Gleise erneuert. Von Montag an bis zum 19. August ist die Gleiskurve in die Kurt-Schumacher-Straße dran, vom 1. bis 21. Oktober folgen Arbeiten auf der anderen Seite, am Georgiring. Insgesamt würden 450 Meter Gleise, vier Weichen und eine Gleiskreuzung erneuert, rund 1,5 Millionen Euro investiert, wovon etwa die Hälfte als Fördergelder kämen, so Rödel.

Die betroffene Gleise seien zur Fußball-WM gebaut worden, „nach 13 bis 14 Jahren einfach verschlissen“, so Rödel. Der Bereich vor dem Bahnhof zähle mit 600 bis 900 Bahnen pro Tag zu den meist genutzten.

Die Einschränkungen im Einzelnen:

Straßenbahnen

Die Linien 10, 11 und 16 verkehren bis 12. August ab dem Wilhelm-Leuschner-Platz mit Umleitung über Neues Rathaus, Thomaskirchhof, Goerdelerring und bedienen dabei ersatzweise die Haltestelle Hauptbahnhof Westseite in der Kurt-Schumacher-Straße. Die Linien 10 und 11 bedienen dabei die Ersatzhaltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz im Peterssteinweg.

Autoverkehr

Bis zum 29. Juli werden die Geradeausspuren auf dem Willy-Brandt-Platz vorm Hauptbahnhof in Richtung Tröndlinring gesperrt. Einfahrt sowie Ausfahrt in oder von der Kurt-Schumacher-Straße auf den Willy-Brandt-Platz seien zwar für Anlieger weiterhin möglich, wegen der Fahrbahneinengung vor dem Hauptbahnhof sei jedoch mit Staus zu rechnen, warnen die LVB.

Kleine Erleichterung für den Verkehr aus Richtung Norden: Von der Brandenburger Straße wird in dieser Zeit eine Gleisquerung in Richtung Georgiring eingerichtet, „ein einspuriger Bypass“, erläutert Dietze. Ein temporäre Ampel regele den Kreuzungsverkehr mit der Bahn.

Umleitungen für den Straßenverkehr wegen des Neubaus der Gleiskurve vor dem Hauptbahnhof Leipzig Quelle: LVB

Die LVB empfehlen, das Baustellengebiet weiträumig zu umfahren und die Umleitungen von der B2 über Rackwitzer Straße, Berliner Straße, Gerberstraße auf den Tröndlinring zu nehmen oder von der B2 über die Dresdner Straße auf den Georgiring zu fahren. Große Leuchttafeln dort weisen seit Tagen auf den drohenden Verkehrsinfarkt hin.

Die Verkehrsströme an den jeweiligen Ampeln dort würden beobachtet und die Schaltungen wenn möglich auf den Extra-Verkehr umgestellt, erläuterte Dietze eine Auflage der Verkehrsbehörde. Bis diesen Freitag solle die Baustelle auf dem Dittrichring abgeschlossen, sollten alle Einschränkungen dort aufgehoben sein, um Platz auf der Umleitung zu haben, kündigte Dietze an. Schon am Donnerstag war der Abbau zu sehen.

Buslinien

Die Buslinien 72 und 73 fahren von Montag bis 19. August ersatzweise über die Haltestelle Hauptbahnhof in der Goethestraße in Höhe Richard-Wagner-Straße und über den Augustusplatz. Die Haltestelle Hofmeisterstraße werde nur in Richtung Hauptbahnhof bedient, so die LVB.

Die Buslinie 131 fährt von Montag bis 29. Juli ab und bis Haltestelle Waldplatz mit geänderter Linienführung zum Westplatz über Friedrich-Ebert-Straße, Käthe-Kollwitz-Straße und bedient die Haltestelle Westplatz am Fahrbahnrand.

Die Nachtbuslinien N6 und N7 fahren ab der Nacht vom Montag zum Dienstag bis zum 29./30. Juli mit Änderungen. Zwischen den Haltestellen Friedrich-List-Platz und der Ostseite des Hauptbahnhofes verkehren sie über Rosa-Luxemburg-Straße, Hans-Poeche-Straße und Brandenburger Straße. Die Haltestelle Hofmeisterstraße wird nicht bedient.

An der Gleiskurve werde ab Montag in zwei Schichten, auch an den Wochenenden, gearbeitet, so Rödel. Insgesamt sei die Planung wegen der sensiblen Situation rundherum „sehr, sehr straff“. Die Wasserwerke würden den Zeitraum zudem nutzen, um in der Kurt-Schumacher-Straße an Kanälen zu arbeiten. Die Stadt habe angekündigt, in der Sperrphase auch die verschlissene Asphaltdecke der – dann autolosen Fahrbahn vor dem Hauptbahnhof – zu erneuern.

Rund 30 Millionen Euro will das Unternehmen 2018 in die Infrastruktur stecken. Die Leistungsfähigkeit des Gleisnetzes müsse den Anforderungen der wachsenden Stadt mit ebenfalls steigenden Fahrgastzahlen angepasst werden, heißt es.

Von Jörg ter Vehn

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