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Neue Bettenstation für Leipzigs Uni-Gefäßmedizin

Universitätsklinikum Leipzig Neue Bettenstation für Leipzigs Uni-Gefäßmedizin

Im Leipziger Uni-Klinikum wurde am Dienstag eine neue Bettenstation offiziell eröffnet. Der neunmonatige Umbau hatte rund 3,2 Millionen Euro gekostet.

Komfortablere Arbeitsbereiche für die Mitarbeiter in der neuen Bettenstation der Uni-Gefäßmedizin.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Es ist das schönste Geschoss im ganzen Haus“, lobte Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Leipziger Uni-Klinikums (UKL). „Hat fast Penthouse-Charakter“, schwärmte Dierk Scheinert, Abteilungschef der Interventionellen Angiologie. „Ich bin sozusagen von der ,Null-Serie’ hier, hab’ extra deswegen meinen Dubai-Urlaub verschoben!“, juxte Lothar Deutscher. Der 75-Jährige zählte nämlich zu den ersten Patienten der neuen Bettenstation des gefäßmedizinischen Zentrums, die am Dienstag mit einer kleinen Zeremonie im Haus 4 an der Liebigstraße offiziell eröffnet wurde. Die Station befindet sich unterm Dach, im vierten Obergeschoss. Patient Deutscher, im Bett liegend, zeigte mit breit ausladender Geste, wie toll ihm Leipzigs City zu Füßen liegt. „Ein spektakulärer Ausblick!“

Montagabend, beim Neujahrsempfang von UKL und Medizin-Fakultät, war es angesprochen worden: das umfängliche Baugeschehen 2016. Mit jener neuen Station wurde gewissermaßen schon tags darauf Ergebnis Nummer eins präsentiert. Neun Monate lang war sie umgerödelt worden. „Zuvor befanden sich hier Forschungslabore für unsere operativen Kliniken“, so Fleig. Weil für diese inzwischen andere Domizile geschaffen wurden, bekam hier nun die Uni-Gefäßmedizin zusätzlich Platz, und zwar für 34 Betten. „In 15 Doppel- und vier Einzelzimmern, wo wir infektiöse Patienten abgeschirmt vom sonstigen Krankenhausbetrieb versorgen können“, so Scheinert. Die Station, die sich rund um einen großen verglasten Lichthof ordnet, halte überdies neue, helle Warte-, Aufenthalts- und Untersuchungsbereiche sowie Ärztezimmer vor.

Rund 3,2 Millionen Euro hat das UKL, in dem laut Scheinert jährlich allein an die 2000 Gefäßmedizin-Patienten behandelt werden, in die Bettenstation investiert. Es sei „ein erster Beitrag zur Beseitigung der teilweise extremen Kapazitätsengpässe im stationären Bereich“, hieß es. Fleig konkretisierte: „Bisher hatten Urologie und Gynäkologie zugunsten der Gefäßmedizin-Patienten zusammenrücken müssen.“ Jetzt entspanne sich auch da die Lage.

Patient Deutscher schien am Dienstag beinahe schon fast etwas wehmütig, dass er „das schöne Zimmer mit Ausblick“ nicht länger genießen kann, alldieweil er wieder in heimatliche Gefilde gen Riesa entlassen werden sollte. Man wisse ja: Wenn irgend etwas Neues in Betrieb geht, tauchten für gewöhnlich zunächst noch etliche „Kinderkrankheiten“ auf, sinnierte er. „War hier aber nicht so“, winkte Deutscher ab. „Hier ist funktional jede Kleinigkeit gut gelöst. Der Bezug der Station – ich lag davor im Haus 7 – war wunderbar vorbereitet.“ Er könne sich ein Urteil erlauben; er sei früher Bauleiter gewesen und wisse um die Tücken solcher Projekte.

Letztlich war Deutscher aber über eines besonders froh: Dass er in Leipzig wieder auf die Beine kam. Lange Zeit hatte sich die Arterie in einem Oberschenkel wieder und wieder zugesetzt. Ein behandelnder Mediziner in Riesa habe ihm zuletzt prophezeit, in fünf Jahren würde er mit der Amputation rechnen zu müssen. In dieser misslichen Lage habe er den Tipp von den Leipziger Uni-Spezialisten, zu denen hier auch Gefäßchirurgie-Chef Holger Staab gehört, erhalten und sich zu ihnen begeben. „Inzwischen“, erzählte Deutscher, „kam ich ja keine hundert Meter mehr weit. Meine Frau und mein Sohn fuhren dann schon immer allein in den Urlaub – zuletzt nach Dubai. Aber jetzt – jetzt kann ich wieder richtig gut laufen!“

Von Angelika Raulien

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