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Lokales Neue Eigentümerziele stellen Leipzigs Großvermieter LWB vor Herkulesaufgabe
Leipzig Lokales Neue Eigentümerziele stellen Leipzigs Großvermieter LWB vor Herkulesaufgabe
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22:09 29.05.2017
In der Karl-Liebknecht-Straße 109 hat die LWB gerade ein Hochhaus saniert. Im ersten Stock wurde dabei eine Graffiti-Galerie mit 27 Kunstwerken geschaffen.  Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig

 
 

Erst am Montagabend brachte Stefan Geiss vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) das Problem auf den Punkt. Zwei Dinge fehlten der LWB, um genug zusätzlichen Wohnraum im unteren und mittleren Preissegment zu schaffen, sagte er bei einem Bürgerforum des Herbert-Wehner-Bildungswerks in Lindenau: „Dafür fehlen das technische Know-how und das Kapital.“

Zum Kapital: Tatsächlich beläuft sich der Schuldenstand des Unternehmens, das ein Anlagevermögen von einer Milliarde Euro betreut, auf etwa 570 Millionen Euro (Stand 2016). Um die geforderten 5000 Wohnungen zu bauen, wären 800 Millionen Euro an Investitionen nötig, hatte LWB-Geschäftsführerin Iris Wolke-Haupt unlängst vorgerechnet. Im Schnitt wären das 160 000 Euro pro Wohnung.

Die 50 bis 60 neuen Häuser-Ensembles ließen sich nur über Kredite finanzieren. „Die Frage ist, wie lange reicht da unser Eigenkapital“, so Wolke-Haupt. Laut den jetzigen Eigentümerzielen darf die Eigenkapitalquote nicht unter den aktuellen Wert von gut einem Drittel sinken. Für jeden Kredit braucht man jedoch Eigenkapital. Theoretisch könnte die LWB auch Bestände dazukaufen. Realistisch sei das bei den explodierenden Preisen am Immobilienmarkt aber nicht, dämpfte die Geschäftsführerin zu große Erwartungen.

Das Unternehmen sei erst in den letzten Jahren mühevoll wirtschaftlich stabilisiert worden. Es müsse in naher Zukunft noch 10 900 Plattenbauten zumindest energetisch und dabei sozial verträglich sanieren. Ein entsprechendes Programm wurde gerade mit zwei Hochhäusern in der Volksgartenstraße 26 und 28 (Schönefeld-Ost) sowie Fünfgeschossern in der Georg-Maurer-Straße 1-23 (Dölitz) gestartet. Das Volumen: 444 Wohnungen. 2018 sollen Plattenbauten im Dölitzer Weg, Ludwigsburger und Gersterstraße folgen, 2019 auch das Kolonnadenviertel.

Zum Know-how: In den letzten 20 Jahren hat die LWB erst ein einziges Neubauvorhaben mit Geschosswohnungen angepackt: Diese 95 Wohnungen entstehen seit März 2016 an der Wintergartenstraße, sollen im ersten Quartal 2018 fertig und recht teuer vermietet werden. 2017 startet die LWB überhaupt keinen Wohnungsneubau. Dafür legt sie aber Grundsteine für zwei weitere Kitas mit insgesamt 302 Plätzen in der Brüder- und Watestraße.

Das erste große Vorhaben des sozialen Wohnungsbaus soll 2018 an der Bernhard-Göring-Straße beginnen: mit 80 Wohnungen. Für die nächsten Jahre hatte die LWB bisher außerdem Bauprojekte in fünf Stadtteilen vorbereitet, so Chefin Wolke-Haupt. Gesamtkapazität samt der Wintergartenstraße: knapp 500 Wohnungen. Um zügig Tausende Einheiten auf den Weg zu bringen, bräuchte die LWB große Bereiche für die Planung und Kontrolle. Auf eine erste Stellenausschreibung meldeten sich jüngst nur fünf Bewerber.

Von Jens Rometsch

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