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Lokales Neue Entwürfe zum Umbau der Leipziger Karli – Umgestaltung zur Fahrradstraße ist möglich
Leipzig Lokales Neue Entwürfe zum Umbau der Leipziger Karli – Umgestaltung zur Fahrradstraße ist möglich
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14:50 29.02.2012
Blick vom Peterssteinweg in die Karl-Liebknecht-Straße. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Eine Umgestaltung zur Fahrradstraße ist ebenfalls unter den Entwürfen.

Mittels einer Bürgerdiskussion sollen am Donnerstag um 19 Uhr im Neuen Rathaus drei neue Varianten für die Umgestaltung der Karl-Liebknecht-Straße präsentiert werden. Es handelt sich dabei um den Abschnitt zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Körnerstraße. Der erste Bauplan wurde 2011 vorgestellt. Daraufhin hat es seitens der Bürger, Händler und Umweltvereine reges Interesse an der Neugestaltung gegeben.

Die Einwände von Fachleuten und Verbänden haben zu folgenden drei neuen Varianten geführt: eine Verkehrsführung mit Bahnkörper, eine ohne besonderen Bahnkörper und eine Umgestaltung zur Fahrradstraße. Der Presse werden die neuen Entwürfe bereits Donnerstagvormittag vorgestellt.

Am Donnerstagabend wird der Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) gemeinsam mit dem Sprecher der LVB-Geschäftsführung Ulf Middelberg, dem LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs sowie Torben Heinemann dem Leiter für Allgemeine Planung der Stadt Leipzig, als Referent über die drei neuen Entwürfe diskutieren.

Heinemann ist zufrieden mit den neuen Varianten, die er mitentwickelt hat. „Wir haben versucht bei den Varianten die wesentlichen Knackpunkte zu berücksichtigen und in den drei Entwürfen gegenüber zu stellen“, sagte er.

Die Variante der Umgestaltung zur Fahrradstraße lässt Alexander John, den Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) , aufhorchen. „Faktisch betrachtet ist die Karl-Liebknecht-Straße heute schon eine Fahrradstraße. Es gibt gleich viel Fahrradverkehr wie Kfz-Verkehr“, sagte der ADFC-Vorsitzende. John wird am Donnerstagabend ebenfalls bei der Bürgerbeteiligung dabei sein. „Ich bin gespannt wie die Entwürfe aussehen und hoffe, dass letztendlich alle drei Varianten dem Stadtrat vorgelegt werden. Das sollte der Stadtrat auch einfordern“, so John.

Nach aktuellem Stand soll der Ratsversammlung im April jedoch nur ein Entwurf präsentiert werden, wie Heinemann erklärte: „Der Interessensbeirat sowie die zuständigen Gremien und Fachausschüsse werden über die verschiedenen Konzepte diskutieren und sich in einer Abstimmung für eine Variante entscheiden“. 

Nachdem die Stadt Leipzig gemeinsam mit den LVB 2011 den ursprünglichen Plan vorgestellt hatte, hagelte es Kritik und Anregungen. Zwei wesentliche Reibungspunkte stehen seitdem im Vordergrund. Der ursprüngliche Entwurf hat unter anderem die Halbierung der Gehwege vorgesehen. Diese würde aber den „Boulevard-Charakter“ der Straße zerstören, erklärte Tino Supplies, Verkehrspolitischer Sprecher des Leipziger Umweltverbandes Ökolöwe im LVZ-Online-Interview.

Die Separierung der Bahngleise ist ein zweiter wichtiger Brennpunkt. Die LVB argumentieren damit, dass die Straßenbahnen durch die Separierung schneller und sicherer fahren würden. „Wir möchten aber nicht, dass die Karl-Liebknecht-Straße den Charakter einer Durchfahrtsstraße bekommt“, so Supplies.

Anfang April wurde der Interessensbeirat „Bauvorhaben Karli“ gegründet, dem unter anderem John und Supplies angehören. Er setzt sich zusammen aus dem ADFC, der Umweltorganisation Ökolöwe, dem Behindertenverband, dem Fahrgast- sowie Stadtbezirksbeirat und Vertretern der betroffenen Gastronomen, Einzelhändlern sowie den Anwohnern.

Am 7. März wird die Interessensversammlung ihre erste konstituierende Sitzung abhalten. Für die Diskussion der drei neuen Konzepte ist bis zum 31. März Zeit. Der Baubeginn an der Karl-Liebknecht-Straße ist für das kommende Jahr vorgesehen.

„Anerkannt oberstes Ziel bleibt nach zahlreichen Stellungnahmen und ernsthaften Diskussionen von Anliegern und Gewerbetreibenden die dringende Notwendigkeit des Bauvorhabens und die Gewährleistung einer ausgewogenen Sicherheit und Barrierefreiheit für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen“, sagte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD).

Manuela Tomic

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