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Lokales Neue Flüchtlingsunterkunft in Leipzig soll Engpass schließen – Eröffnung bis Dezember
Leipzig Lokales Neue Flüchtlingsunterkunft in Leipzig soll Engpass schließen – Eröffnung bis Dezember
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15:33 11.11.2014
In der Johannisgasse 26 in der Leipziger Innenstadt (links im Bild) soll ein neues Asylbewerberheim entstehen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Das hat auch Auswirkungen auf deren Wohnsituation. Seit Monaten suchen die Verantwortlichen nach zusätzlichen Unterkünften in der Stadt. Obwohl ein Großteil gefunden ist, klafft allerdings derzeit noch immer eine Kapazitätslücke. Die wird mit nun im Zentrum-Ost, unweit des Augustusplatzes, geschlossen.

In einem früheren Universitätsgebäude in der Johannisgasse 26 werden bis Dezember 200 neue Plätze für Flüchtlinge geschaffen, heißt es in einer Stellungnahme an die Leipziger Stadträte. Eine entsprechende Entscheidung sei bereits am 28. Oktober in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters gefallen. Die Kommune spricht von vergleichsweise geringem Arbeitsaufwand bei der Bereitstellung, so seien Brandschutzanforderungen im Haus bereits erfüllt. Zudem verfügt der Standort, der für fünf Jahre beim privaten Besitzer angemietet werden soll, über eine hervorragende Anbindung ans Nahverkehrsnetz via Johannis- und Augustusplatz sowie über nahe Einkaufsmöglichkeiten.

Das dreiteilige Gebäude hat vier Geschosse, ein ausgebautes Dach sowie eine Tiefgarage. Und obwohl der südliche Bereich des H-förmigen Komplexes vermietet ist und somit nicht zur Verfügung steht, biete der Rest ausreichend Platz, um auch größere Flächen als üblich für Betreuungs- und Gemeinschaftsangebote anbieten zu können, so die Kommune. Diese sollen nicht zuletzt als Ausgleich für nicht vorhandene Freiflächen in unmittelbarer Nähe der neuen Flüchtlingsunterkunft dienen.

Gesamtkosten der Unterkunft jährlich 2,8 Millionen Euro

Insgesamt knapp 50.000 Euro Miete verlangt der Besitzer von der Kommune. Jährlich kommen so inklusive der Nebenkosten mehr als 800.000 Euro zusammen. Nach aktuellen Planungen will die Kommunen externe Partner mit Ausstattung, Betrieb und Bewachung des Flüchtlingsheims betrauen – um Kosten zu sparen. Pro Jahr wird die Flüchtlingsunterkunft in der Johannisgasse so 2,8 Millionen Euro beanspruchen, schätzt die Stadtverwaltung. Der Freistaat trägt davon 1,4 Millionen Euro – somit müssen die restlichen 1,4 Millionen Euro jährlich aus der Leipziger Stadtkasse zugeschossen werden.

Jesidische Flüchtlinge im Nordirak. Quelle: EPA/STR
Noch im November soll der Mietvertrag für das Gebäude unterzeichnet werden, heißt es aus dem Sozial-Dezernat, damit die Flüchtlinge im Dezember einziehen können. Laut Stadtverwaltung sei die Entscheidung für den Standort in der Johannisgasse auch alternativlos gewesen. „Um die Aufnahmeverpflichtung im Jahr 2014 zu erfüllen […]

, ist die Einrichtung der Notunterkunft im beschriebenen zeitlichen Rahmen dringend erforderlich“, heißt es im Schreiben an die Stadträte. Denn es sei davon auszugehen, dass die Zentrale Aufnahmebehörde in Chemnitz auch ohne Unterkunft in der Johannisgasse die angekündigte Zahl an Flüchtlingen in die Messestadt überweisen werde.

Überblick Flüchtlingsunterkünfte in Leipzig:

Liliensteinstraße 15 – (220 Plätze)

Torgauer Straße 290 – (390 Plätze)

Riebeckstraße 63 – (115 Plätze)

Eythstraße 17 – (28 Plätze mit besonderem Betreuungskonzept)

Georg-Schwarz-Straße 31 – (35 Plätze)

Georg-Schumann-Straße 121 – (35 Plätze)

Markranstädter Straße 16/18 – (60 Plätze)

Pittlerstraße 5/7 – (36 Plätze)

Zschortauer Straße 44/46 – (Notunterkunft, 200 Plätze, Eröffnung Mitte November)

Riesaer Straße 100 – (Notunterkunft, 200 Plätze, Eröffnung Mitte November)

Johannisgasse 26 – (Notunterkunft, 200 Plätze, Eröffnung im Dezember)

Matthias Puppe

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