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Neue Gleise im Leipziger Zentrum für 800 Straßenbahnen pro Tag

Großbaustelle Goethestraße Neue Gleise im Leipziger Zentrum für 800 Straßenbahnen pro Tag

Wo sonst 800 Straßenbahnen täglich rollen, haben derzeit die Bagger das Kommando: In der Goethestraße sanieren die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ihre kaputten Gleise. Auf die Verlegung der Fernbus-Haltestelle reagieren die Unternehmen mit Kulanz für verspätete Kunden.

Bis zum Weihnachtsmarkt muss alles fertig sein: In der Goethestraße erneuern die LVB seit dem Wochenende im Eiltempo ihre Gleise.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die Gleise sind auf 350 Metern herausgerissen, Bagger hieven Betonbrocken auf Lastwagen, an manchen Stellen liegen bereits die neuen Schienen im Boden: Die Goethestraße in der Leipziger Innenstadt hat sich seit dem Wochenende in eine Großbaustelle verwandelt. Wo sonst täglich 800 Straßenbahnen der Linien 4, 7, 12 und 15 rollen, erneuern die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im Eiltempo ihre völlig verschlissenen Gleise. Die Trams fahren noch bis 20. November mit Umleitung über den Georgiring, die Fahrbahn für Autos in Richtung Augustusplatz ist gesperrt.

„Der Zustand war extrem schlecht. Wir mussten hier reagieren“, sagte Dirk Sikora, Bereichsleiter Infrastruktur bei den LVB, am Mittwoch bei einem Baustellenrundgang mit LVZ.de. Gleisbrüche hatten sich in diesem Jahr gehäuft. An manchen Stellen hätte sich das Gleis abgesenkt und die Straßenbahnen seien beim Fahren aufgesetzt. Hier musste schon dauernd reagiert werden. „An einzelnen Stellen war der Beton zu Kies zerkrümelt“, so Sikora. Ein unhaltbarer Zustand auf einer der meistbefahrenen Strecken der Stadt. Von den 350 Metern Gleisen in der Goethestraße können nur 120 Meter wiederverwendet werden, der Rest landet im Schrott.

Die Leipziger Verkehrsbetriebe sanieren bis zum 20. November 2015 die Gleise in der Goethestraߟe.

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Verlegte Fernbus-Haltestelle verwirrt Kunden

Wegen der vierwöchigen Bauarbeiten musste auch die Fernbus-Haltestelle in der Goethestraße verlegt werden. Die Busse halten derzeit an der Ostseite des Hauptbahnhofs, was einige Kunden jedoch offenbar nicht wissen. Vereinzelt rollen Passagiere mit ihren Koffern in die Goethestraße und stöhnen am Aushang in der Haltestelle über den zusätzlichen Umweg.

Fernbusunternehmen wie Meinfernbus haben auf die Verlegung reagiert und warten vor der Abfahrt noch einige Minuten, bis alle verspäteten Passagiere an Bord sind, wie eine Mitarbeiterin vor Ort erklärt. „Bisher gab es keine größeren Probleme“, berichtet sie. Für Fahrer und Kunden hätte die neue Haltestelle sogar Vorteile. „Hier gibt es mehr Platz zum Halten und das Gepäck kann nun an beiden Seiten ein- und ausgeladen werden.“

Die Fernbusse halten bis 20. Novemeber an der Ostseite des Hauptbahnhofs.

Quelle: Dirk Knofe

Sanierung der Gleise erfolgt nur provisorisch

Seit Jahresbeginn durften die Bahnen in der Goethestraße aus Sicherheitsgründen nur noch zehn Kilometer pro Stunde fahren. Von den 320 Kilometern im LVB-Netz ist derzeit auf 11,8 Kilometern das Tempo begrenzt. Das führe zu Fahrzeitverlusten, die sich in der hochfrequentierten Goethestraße besonders negativ bemerkbar gemacht hätten, so Sikora. Deshalb zogen die LVB die 550.000 Euro teure Sanierung sogar vor. Sie war eigentlich erst für 2016 geplant, konnte aufgrund von Einsparungen an anderer Stelle aber bereits jetzt erfolgen. Die LVB haben 2015 damit insgesamt 22 Millionen Euro in das Gleisnetz investiert, so Sikora, mit Schwerpunkten beim Umbau der Karl-Liebknecht- und Könneritzstraße.

Die neuen Gleise sind teilweise schon verlegt

Die neuen Gleise sind teilweise schon verlegt

Quelle: Dirk Knofe

Die Instandsetzung der 1992 gebauten Strecke ist allerdings nur für begrenzte Zeit ausgelegt: Zwischen 2020 und 2022 soll die gesamte Goethestraße komplett neu gestaltet werden, Gleise, Fahrbahnen und Gehwege inklusive. Abstimmungen mit der Stadt werden demnächst aufgenommen. „Da wollen wir jetzt kein Geld aus dem Fenster werfen“, so Sikora. Der Zeitplan für das Provisorium ist eng gestrickt: Bis zum Weihnachtsmarktstart am 24. November müssen alle City-Baustellen fertig sein, fordert die Stadt. Eine Pause legen die 20 bis 30 Bauarbeiter daher nur am kommenden Samstag ein: Zum Opernball stehen Lärm und Staub in der City auf dem Index.

Von Robert Nößler

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